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OB-Wahl in Pirna war ein Desaster für die CDU / Tilo Kloß von den LINKEN mit sehr gutem Resultat

Montag, 21. Dezember 2009 | Autor: admin

Zum Ausgang der gestrigen Oberbürgermeisterwahl in Pirna erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Dr. André Hahn:

Der Vorsitzende der Pirnaer Stadtratsfraktion Tilo Kloß hat mit knapp 22 Prozent ein sehr ordentliches Wahlergebnis eingefahren. Eindeutiger Wahlverlierer ist die CDU, deren Kandidat Frank Ludwig sage und schreibe gut 50 Prozent weniger erreichte als CDU-Mann Markus Ulbig vor knapp 18 Monaten. Das Ergebnis ist insbesondere für den Pirnaer Stadtparteichef Oliver Wehner, der seit Kurzem auch Landtagsabgeordneter ist, ein absolutes Desaster. Sein Agieren hat nicht nur das Ansehen Pirnas landesweit beschädigt, sondern auch das Amt des Oberbürgermeisters selbst. Die Union hat dafür zurecht die Quittung erhalten.

Das dilettantische Vorgehen der CDU hat aber offenbar auch dazu geführt, dass fast zwei Drittel der Wahlberechtigten gleich ganz zu Hause geblieben sind. Das ist ein schlechtes Zeichen für die Demokratie, das sich eben nicht allein mit dem 4. Advent oder der Wettersituation erklären lässt.

Dass die Entscheidung bei fünf Bewerbern nicht im ersten Wahlgang fallen würde, war absehbar. Der hohe Stimmenanteil für den als angeblich unabhängig angetretenen Fraktionschef der Freien Wähler Klaus-Peter Hanke war dennoch überraschend, denn außer durch eine zunehmende Annäherung an die CDU ist Herr Hanke in den letzten Jahren weder im Kreistag noch im Stadtrat aufgefallen. Aber vielleicht haben gerade deshalb einige ehemalige CDU-Wähler ihm die Stimme gegeben.

Auch wenn Herr Hanke nun als Favorit in die Neuwahl im Januar 2010 geht, bleibt festzuhalten: Noch ist die Oberbürgermeisterwahl nicht entschieden. Nicht nur SPD, Grüne und auch die Pirnaer Bürgerinitiativen werden in den nächsten Tagen darüber beraten, was wirklich das Beste für die Stadt ist. Auch die LINKE bleibt hier weiter gesprächsbereit, gerade weil wir eine gute personelle Alternative haben.

Thema: Pressemitteilungen

Tillichs Wortbruch kostet Sachsen über 100 Millionen Euro – finanzpolitischer Irrsinn auf Kosten von Land und Kommunen

Freitag, 18. Dezember 2009 | Autor: admin

Zur Zustimmung Sachsens zum umstrittenen Steuerpaket der schwarz-gelben Bundesregierung erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Dr. André Hahn:

Als Tiger gestartet, als Bettvorleger gelandet – so kann man den Umgang von Stanislaw Tillich mit der Bundesregierung zusammenfassen. Der entsprechenden Bewertung des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck können wir uns anschließen. Werbewirksam wurde scheinbar mit einem Nein gedroht, doch am Ende stimmt Sachsen den Steuerprivilegien für besserverdienende Familien, Erben und Hoteliers zu. Damit setzte sich Vasallentreue von Schwarz-Gelb in Dresden gegenüber Schwarz-Gelb in Berlin durch; das sächsische Gemeinwohl, auf das Tillich als Ministerpräsident vereidigt ist, gerät unter die Räder.

Tillichs Wortbruch kostet den Freistaat und seine Städte und Gemeinden im kommenden Jahr über 100 Millionen Euro Einnahmen. Diese Verluste stehen fest, während der von der Bundes-kanzlerin zugesagte Ausgleich über Gelder für Bildungsinvestitionen völlig unverbindlich ist, da nach Aussage der Bundesregierung selbst darüber erst im Juni 2010 weiter verhandelt wird. Ob und in welchem Umfang die in Sachsen vor dem finanziellen Kollaps stehende kommunale Ebene davon überhaupt profitieren kann, ist noch offen.

Durch die heute von Sachsen ebenfalls abgenickte Absenkung des Bundeszuschusses für die Kosten der Unterkunft bei Hartz IV von bislang von 25,4 auf 23,0 Prozent entstehen den säch-sischen Kommunen Mehrausgaben von 21 Millionen Euro. Dann dürften aber weder die Fall-zahlen noch die Preise für Heizung und andere Nebenkosten steigen. Da aber mit einem erheb-lichen Anstieg der auf Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld Angewiesenen zu rechnen ist, werden die sächsischen Kommunen 2010 zusätzlich mit weiteren etwa 100 Millionen Euro belastet.

Erfolgreiche finanzpolitische Deals sehen anders aus. Denn es ist irre, freiwillig auf ungebunde-ne Steuereinnahmen in dreistelliger Millionenhöhe zu verzichten, die für die Landespolitik in der Verwendung frei verfügbar sind, und sich als teilweisen Ersatz zweckgebundene Mittel einzuhandeln. Damit hat die sächsische Staatsregierung ihre Selbstständigkeit gegenüber der Bundespolitik aufgegeben – und Herr Tillich seine Richtlinienkompetenz an den kleineren Koalitionspartner FDP abgetreten, dessen Landeschef Zastrow seit Wochen für diesen finanzpoliti-schen Irrsinn die Werbetrommel rührt. Der heutige Tag markiert das Ende des letzten Restes der finanzpolitischen Vernunft sächsischer CDU-Regierungspolitik.

Thema: Pressemitteilungen

„Daten-Striptease“ gegenüber Sozialbehörden Ärgernis – Sächsischer Datenschutzbeauftragter bestätigt Kritik der LINKEN

Mittwoch, 16. Dezember 2009 | Autor: admin

Zum Tätigkeitsbericht des Sächsischen Datenschutzbeauftragten erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Dr. André Hahn:

Wie wichtig ein wirklich unabhängiger Datenschutzbeauftragter ist, zeigt einmal mehr der Tätigkeitsbericht des Sächsischen Datenschutzbeauftragten, in dem schonungslos die Schwachpunkte des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung im Alltag aufgezeigt werden. Ob es die von uns seit Langem kritisierte ausufernde Videoüberwachung im öffentlichen Raum ist, fragwürdige Praktiken der GEZ oder auch „Daten-Striptease“ gegenüber Sozialbehörden.

Dass Menschen bereits unter dem Vorwand, dies sei für die Arbeitsvermittlung erforderlich, in Fragebögen Angaben zu Freundeskreis und Sozialverhalten machen mussten, ist nicht akzeptabel und wurde von uns bereits öffentlich kritisiert. Fast noch schlimmer aber ist die gesetzlich verankerte Aushebelung des Datenschutzes: So gibt es seit 2006 eine Beweislastumkehr zu Lasten von Hartz-IV-Betroffenen, die nachweisen müssen, wer zur „Bedarfsgemeinschaft“ zählt und wer nicht, während dies früher Aufgabe der Behörde war.

Der Datenschutz braucht auch auf Landesebene eine starke Stimme. Dies ist Andreas Schurig, und deshalb haben wir diese Stimme unlängst bei seiner Wiederwahl gestärkt. Der vorliegende Tätigkeitsbericht bekräftigt unsere Überzeugung, dass dies eine richtige Entscheidung gewesen ist. Die von Herrn Schurig festgestellte „deutliche Zunahme der Beschwerdefälle aus dem Sozialbereich“ wird für uns Anlass sein, im Landtag weiter nachzufragen und die Staatsregierung aufzufordern, im Interesse der Betroffenen aktiv zu werden.

Insbesondere erwarten wir die umgehende Korrektur gerügter Rechtsverstöße.

Thema: Pressemitteilungen

Tillich muss Zastrow in die Schranken weisen und Nein zu Steuergeschenken auf Kosten des Gemeinwohls sagen

Mittwoch, 16. Dezember 2009 | Autor: admin

Zum heutigen Interview der „Leipziger Volkszeitung“ mit FDP-Fraktionschef Holger Zastrow erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Dr. André Hahn:

Wo ist eigentlich Herr Tillich? Hat der Ministerpräsident seine Richtlinienkompetenz an Herrn Zastrow abgetreten, der sie um so verantwortungsloser ausüben kann, weil er in keine Kabinettsdisziplin eingebunden ist?

In seiner letzten Regierungserklärung kündigte Tillich überraschend an, ein gutes Fünftel aller Stellen des sächsischen öffentlichen Dienstes abbauen zu wollen, um trotz sinkender Einnahmen des Freistaates – schrittweises Auslaufen des Solidarpakts, Milliarden-Ausfälle durch die Finanz- und Wirtschaftskrise – handlungsfähig zu bleiben. Nun verkündet Zastrow, Sachsen werde den Steuergeschenken u.a. für reiche Erben und Hoteliers zustimmen, weil „es nicht um einen einzelnen Landeshaushalt, sondern um die Menschen“ gehe.

Die Menschen, das sind auch die Lehrer und Polizisten, die die schwarz-gelbe Koalition wird entlassen müssen, wenn sie ihr Personalabbau-Ziel umsetzen will. Die Menschen, das sind auch die Langzeitarbeitslosen, die durch den Stopp von Kommunal-Kombi durch FDP-Wirtschaftsminister Morlok keine Erwerbsarbeitsperspektive mehr haben. Die Menschen, das sind die Einwohnerinnen und Einwohner sächsischer Städte und Gemeinden, die für den sich infolge dramatischer Steuerausfälle abzeichnenden Kollaps der Kommunalfinanzen die Zeche werden zahlen müssen – durch steigende Eintrittspreise in öffentlichen Einrichtungen, wenn sie nicht krisenbedingt sowieso geschlossen worden sind bzw. werden.

Deshalb erwarte ich vom doch wohl eigentlich amtierenden Ministerpräsidenten Tillich, dass er öffentlich klar stellt, ob seine schwarz-gelbe Koalition die sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Menschen in Sachsen zum Maßstab des eigenen Handelns auch im Bundesrat nimmt oder die wirtschaftlichen Interessen kleiner Gruppen und die Parteidisziplin gegenüber der schwarz-gelben Bundesregierung. Herr Tillich hat als erster CDU-Ministerpräsident in Sachsen wiederholt das Wort „Solidarität“ für seine Regierung in Anspruch genommen – jetzt muss er zeigen, ob er Wort hält. Das kann er tun, in dem er sich ein Beispiel an anderen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt und Thüringen nimmt, die angekündigt haben, im Bundesrat die Steuergeschenke abzulehnen – im Interesse des Gemeinwohls.

Thema: Pressemitteilungen

Rede auf Vorweihnachts-Fraktionssitzung im Erzgebirge

Dienstag, 15. Dezember 2009 | Autor: admin

Liebe Genossinnen und Genossen,
liebe Kolleginnen und Kollegen!

Als wir gegen Ende der letzten Legislaturperiode im Juni auf dem „Theaterkahn“ im Dresdner Elbtal gemütlich bei einander saßen, sagte ich, dass wir ein schweres Jahr hinter uns haben. Da wusste ich auch noch nicht, was in den nachfolgenden Monaten noch alles kommen würde …

Heute, nachdem wir gemeinsam einen „Weihnachtsberg“ erklommen haben und aus der Höhe des Erzgebirges in die Niederungen der Landespolitik schauen dürfen, ergänze ich: Weil wir alle zusammen in Sachsen eine schwere Zeit durchmachen mussten, an dessen Beschwernissen wir als LINKE selbst einen gehörigen Anteil hatten, war das Super-Wahljahr hier bei uns im Ergebnis auf allen Ebenen leider nicht so super, wie wir uns das erhofft haben.

Doch wenn wir jetzt, nach den Wahlen in Fraktion und Partei und den, wie ich finde, erfreulichen Anzeichen konstruktiver Arbeit in Fraktion und Partei sowie vor allem miteinander, in die Welt schauen, dann sehen wir: Das Leid ist endlich, und eigenes Leid relativiert sich zudem, wenn man sein Leben mit dem Schicksal vergleicht, das seinen Mitmenschen bestimmt ist. Besonders dann, wenn es sich um Genossinnen und Genossen handelt.
Was sich in den vergangenen Monaten in Thüringen und Brandenburg abgespielt hat, war für niemanden von unseren Leuten, die dort besondere Verantwortung tragen, vergnügungssteuerpflichtig. Und manche Aufführung, die rund um unsere Partei auf Bundesebene in letzter Zeit geboten wurde, kann eigentlich nur durch ein Versehen auf den politischen Spielplan gekommen sein. Auch wenn ich mit enttäuschten Hoffnungen begonnen habe, möchte ich in diesen Fällen wieder hoffen: Dass es wirklich nur Versehen waren! Und wenn nicht, dass nun die Zeit jetzt zur Einkehr und Besinnung genutzt wird!
Der Vorteil der Religion ist ja für den, der daran glaubt, dass sie im Prinzip nie enttäuschen kann. Denn alles, was geschieht, lässt sich aus gläubiger Sicht so interpretieren, dass sich Gott schon etwas dabei gedacht hat, und damit hat alles seinen Sinn. In dem Maße, in dem diejenigen, die sich für Stellvertreter Gottes auf Erden halten bzw. dafür gehalten werden, den Anspruch erheben, an dieser göttlichen Allweisheit Anteil zu haben, entstehen natürlich Probleme. Die kann die Gesellschaft lösen – zum Beispiel durch eine Reformation.

Als diejenigen, die sich Kommunisten nannten, es mit ihrer Gottähnlichkeit zu weit trieben und als der Spruch „Die Genossen werden sich schon was dabei gedacht haben“ zum Kalauer geraten war, löste die Gesellschaft auch dieses Problem: durch eine so genannte friedliche Revolution. Beides, Reformation und Friedliche Revolution, nahmen in jener deutschen Region ihren Ausgang, in der wir dank unbegreiflicher Fügung politisch zu wirken haben.

Das ist, wie wir nach zwanzig Jahren Platzierung auf den harten Oppositionsbänken des Sächsischen Landtages wissen, kein leichtes Los.
Wenn man da nicht schwermütig werden will – auch diese Gefahr ist in Sachsen relevant, schließlich liegen wir nachgewiesener Maßen seit über hundert Jahren auf einem statistischen Spitzenplatz beim Thema Freitod –, braucht man große Gedanken als Hoffnung spendende Orientierung.

Heiner Müller war zweifellos ein Großer auf dem Gebiet der Kultur, und ohne kulturvollen Stil kommt bekanntlich selbst die gut gemeinte Politik auf den Hund – oder noch Schlimmeres. Aber dass ich in Anbetracht meiner historischen Reminiszenz einmal wie Müller an eine mögliche künftige Konvergenz von Katholizismus und Kommunismus glauben werde, womit gewissermaßen Reformation und friedliche Revolution in einem neuen Zustand aufgehoben wären, ist doch recht unwahrscheinlich.
Nicht nur weil ich eine evangelisch-lutherische Frau habe und selbst in geordneten heidnischen Verhältnissen aufgewachsen bin, derer ich mich niemals schämen würde – nicht mal angesichts der Pracht einer Barockkirche!
Denn ich bekenne heute freimütig – ganz ohne Bekenntnisse geht es ja wohl im Osten Deutschlands nie ab, ob zur Zeit der Wittenberger Thesen oder der Thesen der sächsischen LINKEN zu 20 Jahren friedliche Revolution: An die Vision des baldigen kommunistischen Paradieses auf Erden habe ich nie so recht geglaubt, dafür war ich schon zu DDR-Zeiten als Fußball-Schiedsrichter zu sehr mit menschlicher Niedertracht in Form von offenen und verdeckten Fouls vertraut. Aber dass die Ideen des demokratischen Sozialismus den Menschen im Sinne eines realen Humanismus eine tatsächliche vernünftige Orientierung bieten kann, im Unterschied zu der heute von herrschender Politik verlangten Anbetung der unsichtbar wirkenden Hand des Turbo-Kapitalismus – das halte ich, Politik oder Religion hin oder her, doch für eine Wahrheit.

Und für diese Wahrheit lohnt es sich gerade in Sachsen zu kämpfen.
Dass der Sonntag – siehe den jüngsten Beschluss zur Ladenöffnung durch eine linken Mehrheit im Dresdner Stadtrat – mittlerweile von demokratischen Sozialistinnen und Sozialisten geschützt wird und von einer sich christdemokratisch nennenden Partei bedroht ist, mag ein Signal sein: Ein Signal, dass wir dabei sind, die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen, und dass dabei diejenigen aus dem Scheinwerferlicht gedrängt werden, die meinen, die Menschen in Sachsen mit schwarz-gelben Visionen wie diesen erlösen zu sollen: Alte Bäume fällen, wenn man keine Lust mehr zum Laubrechen hat; grenzenloses Ausleihen von Videos, wenn man zu phantasielos ist; Rauchen immer und überall, auch wo Kinder mitatmen; tägliches Rund-um-die-Uhr-Shopping, bis der Arzt kommt. Das ist die grelle neue schwarz-gelbe Welt, die so sehr bar aller inneren Werte ist, dass ich darauf warte, wann der erste Bischof zur Wahl der LINKEN aufruft …
Vielleicht dauert auch das in Sachsen ein wenig länger als anderswo, aber es wird kommen, da bin ich sicher!
Weihnachten ist – gerade für den, der nicht alle vier Adventssonntage im Einkaufsstress verbracht hat und nicht noch Heiligabend nach irgendeinem Event jagt – ein wohl einzigartig faszinierendes Fest. Es zieht Menschen seit Menschengedenken in seinen Bann, und das ganz unabhängig davon, ob sie einen Gott über sich sehen oder nicht. Deshalb sind die Erzgebirgler zu Recht stolz darauf, dass ihnen das „Weihnachtsland“ gehört. Und so nimmt es nicht Wunder, dass auch unsere Fraktion häufig und gern ihren Jahresabschluss im Dunstkreis des erzgebirgischen Weihnachtslandes feiert. Dass der Aufbau dieses Weihnachtslandes auch blanker wirtschaftlicher Not geschuldet war, wertet es nicht ab, im Gegenteil: Es zeigt, dass Menschen gerade auch in Sachsen in Krisenzeiten zumindest manchmal auf richtig gute Ideen kommen.

Dank dieser guten Ideen ist jetzt das Erzgebirge ein Markenzeichen für Weihnachten, während die Lausitz für Ostern zuständig ist. So ist Sachsen nicht nur die Wiege der abendländischen Industrie, sondern hat inzwischen auch das Copyright für die optimale kulturelle Umrahmung der christlichen Hochfeste. Keine Sorge, ich werde jetzt nicht auch noch über die Osterreiter reden, auch wenn hier eine weitere politische Marktlücke entstanden ist, seit Stanislaw Tillich nicht mehr mitreitet.

Aber ich will dem biblischen Grundsatz treu bleiben, dass alles seine Zeit hat, und in einer Zeit, in der Baumärkte ab September Weihnachtsdekoration anbieten und zu Beginn der Fastenzeit Schokoladen-Osterhasen in der Kaufhalle auftauchen, haben wir demokratischen Sozialisten die politische Verantwortung, den Menschen wieder einen verlässlichen Lebensrhythmus zu ermöglichen. Und dazu gehört, dass wir zwischen dem dritten und vierten Advent über Weihnachten reden – und nicht schon über Ostern.
Die Weihnachtsgeschichte gehört zweifellos zu den schönsten Geschichten, die der Menschheit bisher eingefallen sind. Dass ein Gott als kleines Kind auf die Welt kommt, um den Menschen zu zeigen, dass die wahre Größe nicht in Pomp und Protz besteht, sondern in schlichter Mitmenschlichkeit, ist eine faszinierende Idee.
Auch wer sich nicht zu den Gläubigen zählt, kann diese wunderschöne Geschichte als Gleichnis für eine Welt betrachten, in der bessere Regeln gelten als in der real existierenden. Man kommt jedenfalls von der Weihnachtsgeschichte, wenn man sie ernst nimmt, eher zum Sozialismus als zum marktradikalen Recht des Stärkeren.

Die Muslime halten Jesus von Nazareth immerhin für einen großen Propheten, der, wenn es zu seiner Zeit schon den Islam gegeben hätte, mit Sicherheit gegen ein Minarettverbot aufgetreten wäre.

Auch Humanisten stehen mit Hochachtung vor seinen Grundsatzreferaten, wie z. B. der Bergpredigt, selbst wenn sie gerne hinzufügen, dass seine Ideen irgendwie zu gut für diese Welt sind, denn wie weit kommt man im praktischen Leben, wenn man immer noch die andere Wange hinhält, nachdem man den ersten Schlag abbekommen hat?

Doch wird nicht auch uns LINKEN genau dies von den schwarz-gelben Pseudo-Pragmatikern vorgehalten: Dass unsere Idee der Solidarität zwar die Seele erwärmt, aber am angeblich naturgegebenen Egoismus des Homo sapiens scheitern muss? Zugleich nehmen immer mehr Menschen auf der ganzen Welt wahr, dass sich für die Schlüssel-Probleme der Menschheit, ohne deren Lösung unsere Spezies langfristig auf dieser Erde nicht bestehen kann – ich nenne nur das Stichwort Klimaschutz –, Auswege letztlich nur dann finden lassen, wenn das scheinbar Weltfremde zur Richtschnur für die Gestaltung der Zukunft wird.
So erlaube ich mir zum Schluss, bevor wir uns dem gemütlichen Teil des heutigen Tages mitsamt einem gewiss anregenden Kulturprogramm zuwenden, den persönlichen Wunsch, dass diese Fraktionssitzung im Weihnachtsland uns auf dem guten Weg, den wir in den letzten Monaten gemeinsam begonnen haben zu beschreiten, auch menschlich ein weiteres Stück voranbringt.

Wir müssen uns ja nicht alle lieben, das wäre sicherlich für alle Beteiligten zu anstrengend. Aber wenn wir uns – verbunden durch die Arbeit an unserer gemeinsamen guten Sache – noch ein bisschen mehr mögen als bisher, dann werden uns auch die Menschen in Sachsen wieder noch mehr mögen.
Denn wo gute Stimmung herrscht, da werden auch wie durch einen starken Magneten viele neue Stimmen angezogen.
Hubert Protzel hat heute Nachmittag im Bergbaumuseum von Zusammengehörigkeitsgefühl unter Tage gesprochen. Ich wünsche uns, dass wir das künftig auch über Tage entwickeln.

So kann Sachsen dann 2014 tatsächlich jene neue Mehrheit bekommen, die es braucht, damit die soziale Botschaft der Weihnachtsgeschichte in der Staatskanzlei nicht nur Thema ist, wenn die Sternsinger anlässlich des Festes Heilige Drei Könige Einlass begehren. Und diese Sternsinger – das sei hier im Übrigen versprochen – werden auch dann noch in der Staatskanzlei empfangen, wenn dort dermaleinst ein Roter residieren sollte.

In diesem Sinne möchte ich jetzt mit Euch das Glas erheben – auf unser gemeinsames politisches Projekt, das im Alltag mit vielen kleinen, oft scheinbar aussichtslosen Initiativen beginnt, um schließlich Größeres zu vollbringen: ein soziales Sachsen, und das nicht nur im Weihnachtsland und nicht nur zur Weihnachtszeit! Glück auf!

Thema: Reden

Abgeordnete der LINKEN wieder mit Spendenfonds

Donnerstag, 10. Dezember 2009 | Autor: admin

Zu den Rundumschlägen von FDP-Fraktionschef Zastrow, der in der Opposition Diätensenkung forderte und jetzt eine Diätenerhöhung für unverzichtbar hält, erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Dr. André Hahn:

Die Abgeordneten der LINKEN haben heute ein Spendenkonto eingerichtet, damit die Diätenerhöhung auch Sozial-, Bildungs-, Kultur-, Gesundheits- und Antifa-Projekten zugute kommt, wie es auch die Fraktion in der letzten Wahlperiode getan hat, worüber ich mit der unten dokumentierten Pressemitteilung vom 20. August dieses Jahres Rechenschaft abgelegt hatte. Im Gegensatz zu „FDP hilft“ geht es unseren Abgeordneten nicht um das Sponsoring für einen Verein, der Werbeträger der eigenen Partei ist. Für uns stehen die konkreten Projekte im Vordergrund, und deshalb hat die Spendentätigkeit unserer Abgeordneten drei Bereiche: den gemeinsam zentral organisierten „Spendentopf von LINKS“ aller Abgeordneten, wie er diesmal heißt, eigenständige Unterstützung von Projekten in den Regionen und zusätzliche Unterstützung der politischen Arbeit der Partei, damit es eine starke linke Kraft in Sachsen gibt.

(20.8.2009)
Hahn: Spendenfonds der LINKEN Abgeordneten hat vielfältige Initiative gefördert

Die Abgeordneten der Landtags-Linksfraktion haben seit 2005 rund 60.000 Euro aus ihren Diäten in einen eigenen Spendenfonds eingezahlt. Darüber hinaus haben die Mitglieder der Fraktion der LINKEN besondere Projekte wie z. B. den „Zug der Erinnerung“ und selbstverständlich individuell Initiativen vor Ort unterstützt. Außerdem wurden Demokratie- und Kultur-Preise vergeben. Bis Ende 2008 wurden 50.000 Euro in den Spendenfonds gezahlt, im laufenden Jahr bis Anfang August ca. 10.000 Euro. Bei den Empfängern der bis Ende 2008 übergebenen Spenden standen Sozial-Projekte zahlenmäßig an der Spitze, gefolgt von den Themen Antifa, Kultur, Bildung und Gesundheit.

Die Abgeordneten der LINKEN im Landtag haben die letzten Diätenerhöhungen nicht nur abgelehnt, sondern das ihnen wider Willen zusätzlich gezahlte Geld in vielfältiger Weise und vielerorts Initiativen zukommen lassen, die sich für ein besseres Zusammenleben in unserer Gesellschaft engagieren.

Einen Teil dieser Spendentätigkeit hat die Fraktion gemeinsam in die Hand genommen und sich in jedem Einzelfall darüber verständigt, wie viel wofür aus unserem Spendenfonds gezahlt wird. Damit haben wir ein Zeichen gesetzt, dass wir uns die Dinge, die uns am Herzen liegen, auch persönlich etwas kosten lassen.

Thema: Pressemitteilungen

Fraktion DIE LINKE gratuliert Gillo und Schurig

Mittwoch, 9. Dezember 2009 | Autor: admin

Zur Wahl von Dr. Martin Gillo zum Ausländerbeauftragten und zur Bestätigung von Andreas Schurig im Amt des Datenschutzbeauftragten erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Dr. André Hahn:

Die Fraktion DIE LINKE hat als stärkste Oppositionsfraktion mit dafür gesorgt, dass Herr Gillo und Herr Schurig ihr Amt mit der für ihre Unabhängigkeit wichtigen parteiübergreifenden Unterstützung ausüben können. Beide haben sich zuvor in unserer Fraktion vorgestellt http://www.linksfraktionsachsen.de/index.php?section=news&cmd=details&newsid=617,

offen die Fragen der Abgeordneten beantwortet und mit ihrem Auftreten viel Sympathie geerntet. Die heutigen Wahlergebnisse spiegeln einen berechtigten Vertrauensvorschuss wieder.   

 

Die Integration von Migrantinnen und Migranten in einer auf Einwanderung angewiesenen, alternden sächsischen Gesellschaft und die Wahrung des Datenschutzes unter den Bedingungen der revolutionären Entwicklung der Kommunikationstechnik sind zwei Schlüsselthemen für die Gestaltung der Zukunft. Wir freuen uns deshalb, dass sich die dafür zuständigen Beauftragten des Landtags durch große Kompetenz und Weltoffenheit auszeichnen. Wir versprechen, ihre Arbeit kritisch und fair zu begleiten.

Thema: Pressemitteilungen

Nicht Sonntag zum Werktag und Nacht zum Tag machen – keine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten in Sachsen!

Donnerstag, 3. Dezember 2009 | Autor: admin

Zum Vorstoß von CDU-Fraktionschef Flath und Wirtschaftsminister Morlok (FDP), den Ladenschluss in Sachsen an sechs Wochentagen ganz freizugeben und trotz Urteil des Bundesverfassungsgerichts das Einkaufen an allen vier Adventssonntagen zu ermöglichen, erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Dr. André Hahn:

Kirchen und Gewerkschaften haben recht, wenn sie sich dagegen zur Wehr setzen, dass der Sonntag zum Werktag wird und während der Woche im Einzelhandel die Nacht zum Tag werden soll. Dass dies viele kleine Händler in den Ruin treiben, das Familienleben der Beschäftigten über Gebühr strapazieren und obendrein ihre Gesundheit gefährden würde, nehmen die sogenannten Christdemokraten und Liberalen besinnungslos in Kauf.

Es wird in verschiedenen Berufen immer Nacht-, Schicht- und Feiertagsarbeit geben müssen, die Aufgabe der Politik besteht aber darin, diese so weit wie möglich zu begrenzen. Der Mensch ist kein rund um die Uhr abrufbarer Roboter, er braucht Ruhepausen und Zeiten der Muße. Die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten führt zu einer Vermehrung ungesicherter Niedriglohn-Beschäftigungsverhältnisse auf Kosten ordentlicher Arbeitsverträge. Zu mehr Wohlstand führt das nicht.

Wenn der sächsischen Regierungskoalition ungeachtet ihrer Sonntagsreden weder Feiertag noch Familie am Herzen liegen, sollte sie wenigstens Respekt vorm Bundesverfassungsgericht zeigen, das vom höchsten deutschen Gericht aufgestellte Stopp-Schild beachten, auf dem Weg in die totale Unterwerfung des Lebens unter die Gesetze des Marktes innehalten und umkehren in Richtung einer Gesellschaft, in der der Mensch das Maß der Dinge ist.

Thema: Pressemitteilungen

Sitzung der LT-Fraktion mit Jahresabschluss

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

15. Dezember 2009
11:45bis22:30

Thema: Terminkalender

Sitzung des Vorstandes der LT-Fraktion

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

14. Dezember 2009
15:00bis18:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

12. Dezember 2009
10:30bis14:30

Ort: Magdeburg

Thema: Terminkalender

Beratung Fraktionsvorstand und Geschäftsführender Landesvorstand

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

11. Dezember 2009
16:00bis18:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

Plenarsitzung des Sächsischen Landtages

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

10. Dezember 2009
10:00bis20:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

Plenarsitzung des Sächsischen Landtages

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

9. Dezember 2009
10:00bis20:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

Forum Frauenkirche – Uwe Tellkamp / Dr. Lothar de Maizière

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

8. Dezember 2009
20:00bis22:00

Ort: Frauenkirche

Thema: Terminkalender

Empfang kommunaler Spitzenverbände

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

8. Dezember 2009
19:15bis20:00

Ort: Sarrasani Trocadero

Thema: Terminkalender

Sitzung der LT-Fraktion

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

8. Dezember 2009
10:00bis15:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

Veranstaltung “20 Jahre Wende”

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

7. Dezember 2009
17:00bis19:00

Ort: Sebnitz

Thema: Terminkalender

Gespräch mit Herrn Schröter

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

7. Dezember 2009
15:00bis16:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

Sitzung des Vorstandes der LT-Fraktion

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

7. Dezember 2009
10:00bis14:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

Konferenz der Fraktionsvorsitzenden

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

4. Dezember 2009 13:00bis5. Dezember 2009 14:00

Ort: Elgersburg

Thema: Terminkalender

Aussichtsratssitzung ÖVPS

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

4. Dezember 2009
09:00bis11:00

Ort: Pirna

Thema: Terminkalender

Abendessen der Präsidiumsmitglieder

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

3. Dezember 2009
19:30bis21:30

Thema: Terminkalender

Gespräch mit Hans Modrow

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

3. Dezember 2009
11:30bis13:30

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

Podiumsdiskussion “20 Jahre Wende” der Neuen Richter Vereinigung

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

2. Dezember 2009
19:00bis21:00

Ort: Landeszentrale für Politische Bildung

Thema: Terminkalender

Sitzung des Landtags-Präsidiums

Mittwoch, 2. Dezember 2009 | Autor: admin

2. Dezember 2009
10:00bis12:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

LINKE wollen Datenschützer Schurig durch Wahlergebnis stärken – Gillo respektabler Vorschlag für Ausländerbeauftragten

Dienstag, 1. Dezember 2009 | Autor: admin

Die Fraktion DIE LINKE traf sich auf ihrer heutigen Sitzung mit den Kandidaten für die Ämter des Datenschutz- und Ausländerbeauftragten, Andreas Schurig und Dr. Martin Gillo. Danach erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Dr. André Hahn:

Herr Schurig hat sich in der Ausübung seines Amtes parteiübergreifende Anerkennung erworben. Gerade bei der Kontrolle der Einhaltung des Datenschutzes ist ein kritischer Kopf gefragt, der weiterhin den Verantwortlichen in Regierung und Verwaltung selbstbewusst auf die Finger schaut. Die Fraktion DIE LINKE wird ihren Beitrag dazu leisten, dass dem Datenschutzbeauftragten durch ein möglichst gutes Wahlergebnis der Rücken gestärkt wird.

Wir sind gern auch dem Wunsch von Herrn Dr. Gillo gefolgt, sich unserer Fraktion vorzustellen. Wir halten Herrn Dr. Gillo für einen respektablen Personalvorschlag, der auch aus unserer Fraktion mit Stimmen rechnen kann. Sein bisheriger Umgang mit politisch Andersdenkenden nährt unser Vertrauen darin, dass Herr Dr. Gillo die Zivilcourage und Unabhängigkeit zeigen wird, die im Interesse einer spürbar verbesserten Integration von Menschen unterschiedlicher Herkunft gebraucht werden.

Thema: Pressemitteilungen

Eröffnung Fraktionsanhörung “Die ‘Dritte Halbzeit’: Geplante Neonazigewalt oder unpolitische Freizeitrandale?”

Dienstag, 1. Dezember 2009 | Autor: admin

1. Dezember 2009
18:00bis20:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

Sitzung der LT-Fraktion

Montag, 30. November 2009 | Autor: admin

1. Dezember 2009
10:00bis16:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender