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Zastrow kann sofort Beitrag zu Ausgabensenkungen des Staates leisten – durch Verzicht auf die FDP-Pfründewirtschaft

Montag, 30. November 2009 | Autor: admin

Zur Erwartung des sächsischen FDP-Fraktionsvorsitzenden Holger Zastrow, die Staatsregierung werde den Steuersenkungsplänen der Bundesregierung doch ihre Zustimmung erteilen, erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Dr. André Hahn:

Zastrow begründet sein Plädoyer für zusätzliche Steuerausfälle für den Freistaat Sachsen in dreistelliger Millionenhöhe – zusätzlich zu der knappen Milliarde prognostizierter Steuerminder-einnahmen für 2010 – damit, dass Sachsen durch Personalabbau Ausgaben senke. Tatsächlich schafft aber die mitregierende FDP fast schon im Wochentakt überflüssige Versorgungsposten.

Ich fordere daher Herrn Zastrow auf, seinen Fraktionskollegen Schmalfuß davon zu überzeu-gen, das – wie die FDP vor fünf Jahren selbst zutreffend kritisierte – völlig überflüssige Amt des 3. Landtags-Vizepräsidenten wieder zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollte ein liberaler Wirtschaftsminister wie sein sozialdemokratischer Vorgänger mit einem Staatssekretär aus-kommen, der unnötige zweite Staatssekretär im Wirtschaftsministerium sollte umgehend seinen Beitrag zum FDP-Staatsverschlankungsprogramm leisten und auf diesen Posten verzichten.

Außerdem erwarten wir, dass die FDP dafür sorgt, dass der von ihr gemeinsam mit der CDU durchgesetzte Demografie-Beauftragte des Landtags, den niemand außer dem potenziellen Versorgungsposteninhaber braucht, gar nicht erst gewählt wird. Man sieht, es gäbe wirklich Sparpotenziale – bei der Pfründewirtschaft der FDP. Wir gehen noch einen Schritt weiter: Wir halten diese Posten für überflüssig – und lehnen die Steuersenkungen auf Kosten des Ge-meinwesens ab.

Thema: Pressemitteilungen

Sitzung der LT-Fraktion

Montag, 30. November 2009 | Autor: admin

1. Dezember 2009
10:00bis16:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

CDU Schritt weiter auf dem Weg, ZDF zum Parteisender zu machen

Freitag, 27. November 2009 | Autor: admin

Zur Entscheidung des CDU-dominierten ZDF-Verwaltungsrates, den Vertrag mit ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender nicht zu verlängern, erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Dr. André Hahn:

Die heutige Abstimmung hat gezeigt, wer beim ZDF zunehmend das Sagen hat: die Ministerpräsidenten der CDU. Das ZDF wird in Zukunft staats- und parteinäher werden. Die journalistische Unabhängigkeit steht in Frage – und damit auch die Rundfunkgebühr. Wieso sollen die Bürgerinnen und Bürger für einen staats- und parteinahen Sender Gebühren bezahlen?

Es ist an der Zeit, die Gründungsfehler beim ZDF zu beheben. Regierungsvertreter und von den Ministerpräsidenten ausgewählte Vertreter haben in den Gremien nichts zu suchen. Die Zahl der Parteipolitiker muss reduziert werden. Dazu müssen die Ministerpräsidenten nur den ZDF-Staatsvertrag ändern. Das erfordert nicht viel Aufwand. Dies kann in wenigen Monaten - bis März 2010 - geschehen. Wenn da die Staatsregierung nicht selbst aktiv wird, werden wir im Landtag darauf drängen. Falls dann einzelne Ministerpräsidenten sich einer Änderung – die nur einstimmig beschlossen werden kann - in den Weg stellen, dann muss das Bundesverfassungsgericht die Angelegenheit klären.

Die LINKE ist vorerst bereit, ihre Vertreter aus den Gremien abzuziehen, wenn die anderen Parteien es genauso handhaben.

Thema: Pressemitteilungen

Datenschutzbeauftragter bestärkt LINKEN-Kritik an Bluttests

Freitag, 20. November 2009 | Autor: admin

LINKE sieht sich durch Datenschutzbeauftragten in Forderung nach Unterbindung der MDR-Bluttests bestätigt

 

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat heute generelle medizinische Untersuchungen für Stellenbewerber als illegal bezeichnet, Kritik an Bluttests geäußert und gefordert, dass medizinische Untersuchungen von unabhängigen Medizinern und nicht vom Betriebsarzt durchgeführt werden.

Siehe: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/nach-skandalen-bundesdatenschuetzer-schaar-will-firmen-an-die-kette-legen;2486872

 

Dazu erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Dr. André Hahn:

 

Die Worte des Bundesdatenschutzbeauftragten sind Wasser auf die Mühlen unserer Forderung an die Staatsregierung, als derzeitige Rechtsaufsicht des MDR gegen die dort praktizierten Bluttests an Stellenbewerbern unverzüglich einzuschreiten. Ich erwarte, dass Staatskanzlei und MDR-Intendant nicht länger auf Tauchstation bleiben, sondern dem illegalen Treiben des MDR ein Ende setzen. Wenn der MDR dazu selbst nicht bereit ist, muss die Staatsregierung sofort handeln. Unser Antrag liegt seit Dienstag auf dem Tisch – wir werden mit ihm den Bluttest-Skandal zum Thema im Landtag machen.

 

 

 

Presseerklärung zum Antrag der LINKEN im Sächsischen Landtag:

http://www.linksfraktionsachsen.de/index.php?section=news&cmd=details&newsid=592

 

Der Antrag der LINKEN im Sächsischen Landtag zur Unterbindung der Bluttests beim MDR:

http://linksfraktionsachsen.de/index.php?section=directory&cmd=detail&id=40664&lid=6

 

Thema: Pressemitteilungen

Tillich-Rede bricht Flath-Versprechen, keine Schulen mehr zu schließen – Schulwege werden vielerorts noch länger

Freitag, 20. November 2009 | Autor: admin

Zur heutigen Grundsatzrede des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) vor dem Landkreistag erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Dr. André Hahn:

Ministerpräsident Tillich hat sich heute vom Versprechen des damaligen Kultusministers und derzeitigen CDU-Fraktionsvorsitzenden Flath verabschiedet, es würden in Sachsen keine Schulen mehr geschlossen (nachdem seit Anfang der neunziger Jahre rund tausend Schulen dicht gemacht worden sind). Mit diesem Versprechen gingen Tillich und seine Partei, die CDU, in den Wahlkampf. Nur knapp drei Monate nach der Landtagswahl gilt das offenbar nicht mehr.

Denn was Tillich heute den Landräten erzählte, verpackt in die Forderung nach besser abgestimmter Schulnetzplanung und in die Kritik an Schulträgern, die angeblich zu starrsinnig an Schulstandorten festhalten, ist nichts anderes als das Bekenntnis zur Fortsetzung der Schulschließungspolitik. Dass damit auch ein weiteres Wahlversprechen der FDP gebrochen wird, fällt kaum noch ins Gewicht, da die Liberalen in Sachsen bildungspolitisch sowieso zum Inbegriff des Wortbruchs geworden sind.

Nach dem längeren gemeinsamen Lernen wird nun auch die Aussicht auf wohnortnahe Schul-standorte beerdigt. Denn Tillichs Ankündigung heißt nicht mehr und nicht weniger, als dass die Schulwege vielerorts noch länger werden. Aus Sicht der LINKEN sind weitere Schulschließun-gen der falsche Weg zur Bewältigung der bildungspolitischen Erfordernisse sowie der demografischen Entwicklung. Statt weiter Standorte aufzugeben, sollte insbesondere die längst überfällige Zulassung einzügiger Mittelschulen endlich erfolgen.

Thema: Pressemitteilungen

LINKER Landtags-Antrag fordert Stopp der MDR-Bluttests – Staatsregierung muss als Rechtsaufsicht sofort einschreiten

Donnerstag, 19. November 2009 | Autor: admin

Die Fraktion DIE LINKE fordert in einem jetzt in den Geschäftsgang des Landtags eingebrachten Antrag von der Staatsregierung die Unterbindung der Bluttests, die der MDR bei Stellenbewerbern durchführen lässt. Dazu erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Dr. André Hahn:

Die Staatsregierung muss aus ihrer Beobachterrolle gegenüber den rechtswidrigen Bluttests, die der MDR an Stellenbewerbern vornehmen lässt, heraustreten und diese menschenunwürdige Praxis unterbinden. Der Freistaat Sachsen, der zurzeit die Rechtsaufsicht über die Rundfunkanstalt Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) innehat, steht in der Verantwortung, dieses Instrument unverzüglich zu nutzen, um die MDR-Bluttests zu beenden und darüber mit den Landesregierungen von Thüringen und Sachsen-Anhalt Einvernehmen herzustellen.

Zugleich richtet sich unser Antrag an den Datenschutzbeauftragten, den der Landtag um eine datenschutzrechtliche Überprüfung der Bluttests und einen Bericht darüber ans Parlament ersuchen sollte. Dazu müsste auch eine Empfehlung des Datenschutzbeauftragten an Staatsregierung und Landtag gehören, wie mit den im Rahmen der Bluttest-Praxis gewonnenen personenbezogenen Daten umzugehen ist und wie datenschutzrechtliche Verstöße zu ahnden sind.

Die Gewerkschaft ver.di hat zu Recht erklärt, dass solche Bluttests als Einstellungsbedingung allein deshalb schon unzulässig sind, weil der Bewerber keinerlei Einfluss darauf hat, was alles aus seinem Blut herausgelesen wird. Das Thema Arbeitnehmer-Datenschutz ist in den letzten Monaten aufgrund spektakulärer Fälle unzulässiger Überwachung verstärkt in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Der Datenschutz in der Arbeitswelt fängt mit dem Umgang mit Bewerbungen an. Das sollte auch und gerade für den MDR gelten.

Denn ein von den Gebührenzahlern finanzierter öffentlich-rechtlicher Sender hat eine Vorbildfunktion. Deshalb ist das seit einer Woche zu beobachtende Taktieren der MDR-Spitze nach den Enthüllungen über die Bluttests völlig unakzeptabel. Es geht nicht darum, was gerade noch rechtlich durchgehen könnte. Wer „ein Sender für drei Länder“ sein will, muss selbst für das Zusammenleben der Menschen Maßstäbe setzen. Das vorbeugende Sammeln von Intim-Informationen ist mit der gesellschaftlichen Verantwortung des MDR unvereinbar.

Thema: Pressemitteilungen

GO-Ausschusssitzung

Freitag, 13. November 2009 | Autor: admin

26. November 2009
09:00bis12:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

Gespräch mit Gewerkschaftern

Freitag, 13. November 2009 | Autor: admin

14. November 2009
18:30bis20:30

Ort: Nauwalde

Thema: Terminkalender

Verabschiedung vom Fraktionsgeschäftsführer Dr. Klaus Sühl

Freitag, 13. November 2009 | Autor: admin

16. November 2009
15:00bis16:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

Gast beim SPD-Bundesparteitag

Freitag, 13. November 2009 | Autor: admin

Der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, André Hahn, nimmt heute und morgen als offizieller Gast am Bundesparteitag der SPD in Dresden teil. Hahn ist derzeit auch Chef der Konferenz der Vorsitzenden der Fraktionen der LINKEN in den Länderparlamenten und im Bundestag. Er vertritt beim SPD-Bundesparteitag als Gast die Bundespartei der LINKEN, deren Fraktionsvorsitzende erstmal eine entsprechende Einladung der SPD erhalten haben.

Hahn erklärt zum Bundesparteitag der SPD:

Es gibt zwar keine Koalition in der Opposition, weder im Sächsischen Landtag noch im Deutschen Bundestag. Doch SPD und LINKE haben – ebenso wie die GRÜNEN – eine gemeinsame Verantwortung, den Menschen eine glaubwürdige politische und gesellschaftliche Alternative zur in Sachsen und im Bund herrschenden schwarz-gelben Politik zu vermitteln.

Mit einer gemeinsamen Gesetzesinitiative zur Verschiebung der Diätenerhöhung haben wir im Sächsischen Landtag bereits ein Zeichen gesetzt. Ich bin davon überzeugt, dass wir in dieser Legislaturperiode bei allen Unterschieden, die im Sinne der Pluralität linken Denkens auch ihre Berechtigung haben, im Landtag wie im Bundestag durch gemeinsame Projekte verdeutlichen können, dass eine linke Gestaltungsmehrheit in Sachsen und in Deutschland möglich ist.

In diesem Sinne wünsche ich dem Bundesparteitag der SPD gutes Gelingen und eine Kursbestimmung, die die verhängnisvolle Agenda-2010-Politik überwindet und neue Perspektiven eröffnet. Mir jedenfalls ist an einer Normalisierung des Verhältnisses zu den Sozialdemokraten gelegen.

Thema: Pressemitteilungen

Erwiderung auf die Regierungserklärung des Ministerpräsidenten zum Thema “Freiheit, Verantwortung, Solidarität”

Mittwoch, 11. November 2009 | Autor: admin

Es gilt das gesprochene Wort!


Manchmal verraten schon Überschriften eine ganze Menge. Seine erste Regierungserklärung nach der Wahl zum Ministerpräsidenten stellte Stanislaw Tillich unter das Motto: „Arbeit, Bildung, Solidarität“. Das war gut ein Jahr vor den Landtagswahlen und in einer Situation, als er noch auf den damaligen Koalitionspartner SPD Rücksicht nehmen musste.
Jetzt sind die Wahlen vorbei und statt den Sozialdemokraten sitzt nun die FDP mit in der
Regierung. Die heutige Regierungserklärung trägt den Titel: „Freiheit, Verantwortung,
Solidarität“.
Arbeit und Bildung haben für die neue Koalition offenbar keinen zentralen Stellenwert mehr, auch wenn sich der Ministerpräsident in seiner Rede bemühte, einen anderen Eindruck zu erwecken. Ein Blick in den Text der im Schweinsgalopp zusammengeschusterten Koalitionsvereinbarung zeigt jedoch: Konkrete Aussagen zur Arbeitsmarktpolitik finden sich kaum, und bei der Bildung soll das einzig Innovative der letzten Wahlperiode, die Gemeinschaftsschule, schon nach wenigen Jahren wieder beerdigt werden.
Stattdessen liegt die Betonung nun auf Freiheit und Verantwortung. Da kommen ganz
zwangsläufig Fragen auf: Freiheit für alle oder Freiheit für alle, die es sich leisten können?
Freiheit von Armut oder Freiheit von sozialer Gerechtigkeit? Freiheit für mehr
Bürgermitbestimmung oder Freiheit für die Einschränkung von Bürgerrechten und
Bildungschancen?
Im Koalitionsvertrag bleibt vieles nebulös, auch zum Stichwort Verantwortung. Gibt es eine Verantwortung des Staates für das Allgemeinwohl und eine Verantwortung des einzelnen für die Gemeinschaft oder ist jeder vor allem für sich selbst verantwortlich? Letzteres hat bekanntlich vor allem die FDP immer wieder propagiert, und das soll nun offenbar auch Grundlage der künftigen Regierungspolitik werden.
Bevor ich ins Detail gehe, zunächst noch eine Vorbemerkung:
Die Beschäftigung mit dem schwarz-gelben Koalitionsvertrag war – offen gesagt – eine
Zumutung, und zwar sowohl in sprachlicher als vor allem auch in inhaltlicher Hinsicht. Die
Substanzlosigkeit der Vereinbarung zwischen CDU und FDP ist wirklich kaum zu unterbieten.
Die Verhandlungspartner hatten dabei offenkundig nur eine einzige Devise: So unkonkret wie irgend möglich. Wenn man das sächsische Papier einmal mit den wesentlich gehaltvolleren Koalitionsverträgen in Thüringen und in Brandenburg vergleicht, zeigt sich, wie oberflächlich die sächsischen Koalitionäre gearbeitet haben.
Schlechtes Deutsch und ein Sammelsurium unverbindlicher Absichtserklärungen – so lässt
sich die Koalitionsvereinbarung auf einen kurzen Nenner bringen.
Die allgegenwärtige Oberflächlichkeit führt dann bisweilen auch zu unfreiwilliger Komik. Ich
will nur zwei Beispiele nennen:
So heißt es etwa in der Präambel, CDU und FDP wollen das Land – so wörtlich – „langfristig wieder dorthin führen, wo es Anfang des 20. Jahrhunderts schon einmal stand“.
Mit anderen Worten: Der Freistaat hat seine Zukunft bereits hinter sich, vorwärts in die
Vergangenheit! Wahrhaft schöne Aussichten sind das.
Herr Ministerpräsident: Sachsen braucht kein Zurück in die Anfänge des vorigen Jahrhunderts, sondern braucht Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft und braucht eine ebenso verantwortungsvolle wie nachhaltige Politik.
Die aber sucht man im Koalitionsvertrag von CDU und FDP vergeblich.
Das zweite Beispiel: Auf Vorschlag des FDP-Vorsitzenden soll Sachsen ein „Nationalmuseum“
bekommen. Nun mag die Staatsregierung so viele Museen errichten oder einrichten können, wie sie will, aber ein Nationalmuseum wird ganz sicher nicht darunter sein. Das ist objektiv ausgeschlossen. Es sei denn, die Koalitionäre erklären die Sachsen wider alle Vernunft zu einer Nation. Dann könnte die Staatsregierung auch gleich die nationale Selbstbestimmung der Sachsen fordern. Absurder geht es wirklich kaum.
Herr Präsident, meine Damen und Herren, für eine Mehrheit der Menschen in unserem Land
ist soziale Gerechtigkeit ein hohes Gut, für viele ist es sogar der Maßstab für die Bewertung einer Gesellschaft.
Es ist bezeichnend, dass das Soziale weder 2008 in der ersten Regierungserklärung des
damals neu gewählten Ministerpräsidenten noch im Titel seiner heutigen Regierungserklärung eine wichtige Rolle spielte. Was für CDU und FDP offenkundig nebensächlich ist, ist für DIE LINKE eine der zentralen Grundfragen unserer Zeit.
Die neue sächsische Regierung jedoch setzt den CDU-Kurs auf Absenkung sozialer Standards, auf Abschiebung der Verantwortung für soziale Daseinsvorsorge an die Kommunen und die Privatisierung wesentlicher sozialer Kernaufgaben fort. Ich kann aus Zeitgründen heute nur auf einige wenige Aspekte eingehen.
In den letzten Jahren hat der Anteil der Menschen im Freistaat, die offiziell als arm gelten,
erheblich zugenommen und liegt inzwischen mindestens bei einem Fünftel. Die Kinderarmut
liegt sogar schon bei mehr als 25 Prozent, und auch die Altersarmut wird künftig erheblich
ansteigen. Zu diesen skandalösen Zuständen schweigt der Ministerpräsident – zu schwierigen Themen hat er ja nie eine Meinung. Armut ist in Sachsen schon lange keine Randerscheinung mehr und insbesondere die Betroffenen hätten erwarten können, dass Herr Tillich wenigstens in Ansätzen auf ihre Sorgen und Nöte eingegangen wäre.
Eng mit der Armutsproblematik hängt zusammen, wie sich die Staatsregierung zu Hartz IV
stellt. In der Koalitionsvereinbarung finden sich dazu keinerlei verwertbare Aussagen, die den mehr als 500.000 von Hartz IV Betroffenen in Sachsen wenigstens ein Stück Hoffnung geben könnten. Auch wir sind dafür, dass Menschen, die dazu in der Lage sind, durch Arbeit für ihre Existenz sorgen sollen.
Aber es muss sich um Arbeit handeln, von der man auch vernünftig leben kann. Das setzt aus unserer Sicht einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn oberhalb der Armutsgrenze voraus. Es bleibt ein Skandal, dass ca. 130.000 Menschen in Sachsen trotz Arbeitstätigkeit zu den so genannten Aufstockern gehören. Wir bleiben dabei: Hartz IV ist Armut per Gesetz und gehört daher überwunden. Vielleicht schließt sich endlich auch die SPD dieser Forderung an und korrigiert damit ihre Fehler der letzten Jahre.
Von der Staatsregierung erwarten wir, dass sie sich konsequent zumindest für die
Beibehaltung des Zuschusses des Bundes für Kosten der Unterkunft einsetzt und zugleich
prüft, welche rechtlichen Möglichkeiten gegen den Bund gegeben sind.
Nach Berechnungen des Städte- und Gemeindetages würde die beabsichtigte Senkung des Bundeszuschusses allein im nächsten Jahr für die sächsischen Kommunen ein zusätzliches Minus im Haushalt von etwa 100 Millionen Euro bedeuten. Hinzu kommen riesige Steuerausfälle infolge der Wirtschaftskrise. Handeln Sie endlich, Herr Tillich, und lassen Sie die Kommunen nicht erneut im Regen stehen!
Sachsen will, so das Postulat der neuen Staatsregierung, zum kinderfreundlichsten
Bundesland werden. Davon jedoch sind wir weit entfernt. Die derzeit gewährte
Jugendpauschale ist viel zu niedrig. Die LINKE fordert gemeinsam mit einer Reihe von
Wohlfahrtsverbänden endlich eine Kindergrundsicherung. Bis zu deren Einführung erwarten
wir von der Staatsregierung wenigstens, dass sie sich im Bundesrat dafür einsetzt, dass Hartz-IV-Familien nicht erneut von der beabsichtigten Anhebung des Kindergeldes ausgeschlossen werden. Es muss endlich Schluss sein mit einer Mehrklassengesellschaft bei der Förderung der Kinder.
Ziemlich ausführlich befasst sich der Koalitionsvertrag mit dem Gesundheitswesen. Die FDP hatte ja die Überwindung des Ärztemangels in der vergangenen Legislaturperiode zu einem ihrer Schwerpunkte erklärt und hier im Landtag wirklich gut gebrüllt. Inzwischen sind die Liberalen abgetaucht. Angesichts ihrer bundespolitischen Pläne ist das vielleicht sogar gut so.
Wir als LINKE sind im Gegensatz zur FDP prinzipiell gegen eine einheitliche Kopfpauschale,
gegen einen weiteren Ausstieg der Arbeitgeber aus dem Solidarprinzip und gegen eine
Bevorzugung der Privatkassen. Wir fordern weiterhin die solidarische Bürgerversicherung und die Bildung einer gesetzlichen Krankenkasse für alle Bürgerinnen und Bürger.
Regelrecht beschämend sind die Aussagen der Koalition zum Umgang mit älteren und
behinderten Menschen. Das gilt im Übrigen auch für die Abhandlungen zum demografischen Wandel. Dafür einen Beauftragten einzusetzen, geht nicht einmal als Feigenblatt durch.
Wir als LINKE fordern stattdessen, endlich ein Seniorenmitwirkungsgesetz zu verabschieden, ein wirkliches Gleichstellungsgesetz für behinderte Menschen auf den Weg zu bringen und auch ein neues Landesgesetz für die Altenpflege.
Im Koalitionsvertrag von CDU und FDP gibt es lediglich einen einzigen Passus zur
Gleichstellung von Frau und Mann, obwohl noch immer viele Frauen hierzulande benachteiligt sind. Bei Kurt Biedenkopf gab noch es ein eigenes Gleichstellungsministerium – heute sind ganze zwei Sätze in der Vereinbarung übrig geblieben. Ich finde das völlig inakzeptabel.
Über den Umstand, dass der Verbraucherschutz dem Sozialministerium zugeteilt wurde, kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein. Wir erwarten jedoch von der Staatsregierung dringend ein Gesamtkonzept zum Verbraucherschutz, aus dem dann alsbald auch die notwendigen landesgesetzlichen Regelungen erwachsen müssen.
Herr Präsident, meine Damen und Herren, Wer einmal versucht, im Koalitionsvertrag ein
politisches Vorhaben oder Gesellschaftsprojekt der Koalitionäre ausfindig zu machen, der wird allenfalls die Konturen einer „unpolitischen Wirtschaftsgesellschaft“ herauslesen. Die
Betonung liegt dabei auf unpolitisch.
Die in Umrissen im Koalitionsvertrag skizzierte Wirtschaftsgesellschaft ist deshalb eine
unpolitische, weil sie politische Gestaltungsmacht mit Wirtschaftsmacht verwechselt.
Das Ziel ist nicht die Stärkung der demokratischen Selbstbestimmung der Bürgerinnen und
Bürger, sondern allein die Festigung der Wirtschaftsmacht. Dem privaten Vorteil gebührt in der Wirtschaftsgesellschaft Vorrang vor dem Wohl der Allgemeinheit.
Der Ministerpräsident nennt das „Freiheit zum eigenen Erfolg“. Das Allgemeinwohl ist aber
eben nicht bloß die Summe aller Einzelinteressen. Zudem wird dabei ausgeblendet, dass
nicht zuletzt die Politik der Deregulierung in die Wirtschafts- und Finanzkrise geführt hat. Herr Tillich hat zwar in seiner Rede heute erklärt, dass wir weltweit gültige Regeln für die
Finanzmärkte brauchen, dann aber wieder auf die Bundesebene verwiesen. Kein Wort zu
eigenen sächsischen Initiativen, zum Beispiel über den Bundesrat.
Deregulierungspolitik, um das kurz zusammen zu fassen, meint Freiheit von Leistung und
Stärke. „Denen, die Leistung bringen wollen“, hat der Ministerpräsident bei der
Amtsübernahme im Mai 2008 verlauten lassen, müsse der entsprechende Spielraum gelassen werden, um „ihre Freiheit zum eigenen Erfolg zu nutzen“. Für die angeblich
Leistungsunwilligen falle dann noch genügend ab.
Jüngst, in einem Interview mit der „Sächsischen Zeitung“ vom 30. Oktober, bekräftigt der MP seine Auffassung noch einmal. Ich zitiere:
„Freiheit bedeutet auch, dass sich Leistung lohnen muss. Wer sich anstrengt, der muss auch das Gefühl haben, dass er mit dieser Leistung etwas anfangen kann. Er darf nicht das Gefühl haben, dass ihm das, was das Mehr an Leistung erbracht hat, wieder weggenommen wird. Nur wenn viele bereit sind, mehr zu leisten als der Durchschnitt, kann eine Gesellschaft auch solidarisch sein.“
Ich bin nach wie vor der Auffassung, dass die Einteilung der Menschen in Leistungswillige und Leistungsunwillige alles andere als christlich ist. Sie entspricht zudem nicht der Wirklichkeit hierzulande.
In einer Gesellschaft, in der soziales und kulturelles Kapital vererbt werden, ein fairer
Leistungswettbewerb ein Wunschtraum ist, kann von Aufstieg durch Leistung keine Rede sein.
Und wer dennoch von Leistungsunwilligen spricht, der moralisiert soziale Konflikte.
Diejenigen, die schon unten sind, werden auch noch stigmatisiert.
Das wird besonders deutlich, wenn man sich die Pläne der Koalition im Bildungsbereich
ansieht. Das ist im Übrigen auch jenes Politikfeld, in dem die FDP ihre Wahlversprechen am
skrupellosesten gebrochen hat.
Die Liste der nicht erfüllten Zusagen ist lang: Weder das längere gemeinsame Lernen bis
Klasse 6, noch die Gründung neuer Gemeinschaftsschulen oder auch der
jahrgangsübergreifende Unterricht an Grund- und Mittelschulen finden sich im
Koalitionsvertrag. Kein Wort mehr von der ursprünglich geforderten Möglichkeit der Zulassung einzügiger Mittelschulen und zweizügiger Gymnasien sowie einer Verkürzung der Wartefrist für Schulen in freier Trägerschaft.
Auch künftig gibt es - anders als versprochen - keine freie Schulwahl im Grundschulbereich, keine Stärkung der Eigenverantwortung der Schulen, keine Lehrereinstellung durch die Kommunen und keine Integration von Schülern mit besonderem Förderbedarf.
Wir teilen nicht alle dieser Forderungen, aber Fakt ist: All das und noch viel mehr hatte die FDP versprochen. Doch all das ist nichts mehr wert, wenn man die Chance sieht, an die Fleischtöpfe der Macht zu gelangen. Im Wahlkampf haben Sie plakatiert „Wir halten Wort!“.
Nein, meine Damen und Herren von der FDP, Sie brechen Wort, das ist die Wahrheit.
Und dabei werfen Sie sogar urliberale Positionen über Bord wie bei der geplanten massiven
Einschränkung des Versammlungsrechts. Ich hatte nicht für möglich gehalten, dass so etwas mit einem FDP-Justizminister möglich ist, und bin von Herrn Martens auch persönlich sehr enttäuscht.
Aber zurück zum Bildungsbereich. Eine Systematik, eine rote Linie der neuen Regierung ist in der Koalitionsvereinbarung beim besten Willen nicht zu erkennen. Zudem werden wichtige Partner der Politik völlig ausgeblendet. So findet sich im gesamten Vertrag das Wort „Gewerkschaften“ nicht ein einziges Mal. Und es ist ja auch nicht verwunderlich, dass CDU und FDP mit Interessenvertretungen der Beschäftigten nicht viel zu tun haben wollen, wenn man sich die Pläne der Koalition zum Personalabbau im Öffentlichen Dienst ansieht.
Der Ministerpräsident hat aber einmal mehr nicht den Mut zu klaren und vor allem ehrlichen Aussagen. In seiner heutigen Erklärung heißt es lapidar und unscheinbar: „70.000 Beschäftigte im gesamten Öffentlichen Dienst des Landes sollen effektiv und effizient gestalten und verwalten.“
Derzeit haben wir ca. 88.000 Bedienstete auf Landesebene. Tillichs Aussage bedeutet also im Klartext, dass fast jeder vierte Arbeitsplatz künftig wegfallen soll. Hier ist deutlich Widerstand angesagt.
Das fängt bei der Polizei an, wo über weitere 2.400 Stellen gestrichen werden sollen. Mit Blick auf die innere Sicherheit, die Kriminalitätsbekämpfung und die Präsenz von Polizeibeamten vor Ort, nicht zuletzt in Grenzgebieten, hält DIE LINKE derartige Pläne für absolut unverantwortlich. Und den Lehrerbereich droht es noch schlimmer zu treffen.
Hier waren schon bisher für die nächsten sieben Jahre 2.717 Stellenstreichungen vorgesehen, davon allein 581 an Grundschulen.
Im Koalitionsvertrag heißt es dazu nun: „Ziel ist ein Öffentlicher Dienst in Sachsen, der in
seiner Personalbemessung dem Durchschnitt der westdeutschen Flächenländer
entspricht.“
Da Sachsen in der Schüler-Lehrerrelation bundesweit relativ gut dasteht, bedeutet die
Anpassung an den Durchschnitt der westdeutschen Flächenländer letztlich einen weiteren
drastischen Personalabbau an den sächsischen Schulen. Schon mit dem jetzt vorhandenen Personal kann der Grund- und vor allem der Ergänzungsbereich nicht abgedeckt werden. Wenn noch mehr Lehrerstellen wegfallen, ist die Unterrichtsversorgung massiv gefährdet und die im Koalitionsvertrag angekündigte Qualitätsverbesserung völlig illusorisch.
Wir fordern daher eine eindeutige Aussage des Ministerpräsidenten, dass der Schulbereich
vom Stellenabbaukonzept ausgenommen wird.
Es ist im Übrigen ein Hohn, wenn der Ministerpräsident vorhin erklärt hat, dass Schulsystem solle noch durchlässiger werden.
Es war und es ist nicht durchlässig, denn die Übergangsquote von der Mittelschule zum
Gymnasium liegt seit Jahren weit unter einem Prozent. Die von Herrn Tillich angekündigte
Aufwertung der Mittelschule zur Oberschule ist blanker Etikettenschwindel, und wenn von
einer individuellen Förderung in Leistungsgruppen der Klassen 5 und 6 gesprochen wird, dann bedeutet das im Klartext die Einführung der Hauptschule ab Klasse 5. Das lehnen wir als LINKE entschieden ab!
Besonders ausgeprägt ist der Trend zur Deregulierung im Hochschulbereich. Die angekündigte Änderung des Hochschulgesetzes wird die staatliche Verantwortung für die Hochschulen weiter reduzieren. Dafür werden Studiengebühren für Langzeitstudierende erhoben und hauseigene Tarifverträge angekündigt.
Die Aussagen zur Hochschulpolitik lassen im Kern eine Ökonomisierung der Hochschule
erwarten. Die Hochschule wird zu einer „Vorfeldagentur der Industrie“. Favorisiert werden die „industrietauglichen“, „anwendungsorientierten“ Fächer. Von Geisteswissenschaften ist keine Rede. Das Wissenschafts- und Hochschulsystem bedarf jedoch keiner an Deregulierung und Privatisierung ausgerichteten Globalisierung, sondern einer internationalen Öffnung, Vernetzung und Kommunikation, die den Zugang zu Bildung und Wissen im globalen Maßstab eröffnet und die nationalen Grenzen des wissenschaftlichen Erkenntnis- und Bildungsprozesses überwindet.
Doch internationale Öffnung und globales Denken ist offenkundig nicht die Stärke von
schwarz-gelb. Das zeigt sich auch im Kulturbereich.
Die Kritik an diesem Teil des Koalitionsvertrages fiel unter den Kulturakteuren einhellig und
deutlich aus. Das ist ein Novum. Bislang galt die sächsische Kulturpolitik als wenig umstritten.
Von einer allgemeinen Kunst- und Kulturförderung ist nun plötzlich aber überhaupt keine
Rede.
Die überfällige Novellierung des Gedenkstättengesetzes lässt weiter auf sich warten wie
ohnehin im Koalitionsvertrag eindeutige Aussagen zu Maßnahmen für die Bekämpfung des
Rechtsextremismus fehlen.
Es ist sicher nicht Aufgabe der Opposition, die Regierung zu loben. Das tut sie selbst schon genug und meistens ohne Grund. Aber wenn ich mir einige konkrete Vorhaben im
Wirtschaftsbereich ansehe, komme ich nicht umhin festzustellen, dass sie in die richtige
Richtung gehen, wenn ich zum Beispiel an die Einführung revolvierender Fonds bei der
Fördermittelvergabe, die Ausgabe von Innovationsgutscheinen oder auch die gezielte
Förderung von Forschung und Entwicklung denke.
All das finden Sie im Wahlprogramm der LINKEN, beschlossen im April dieses Jahres. Wenn
CDU und FDP das jetzt umsetzen, werden wir uns nicht beschweren.
Wenn man jedoch ins Detail geht, werden auch hier Defizite sichtbar. Zum Beispiel gibt es zum Thema Informationstechnologien kaum Aussagen, wenn man mal von der angekündigten Breitbandoffensive absieht. Die allerdings ist auch dringend nötig, denn beim schnellen Internet liegt Sachsen noch immer an drittletzter Stelle in Deutschland. Das hat der Ministerpräsident wohlweislich verschwiegen.
Weitgehend vage sind auch die Aussagen im Koalitionsvertrag zu den wichtigen Themen
Umwelt und Landesentwicklung. Über diese Fragen werden wir im Zusammenhang mit der
notwendigen Fortschreibung des Landesentwicklungsplanes in dieser Legislatur noch
ausführlich diskutieren können.
Es ist allerdings schon bezeichnend, dass der Begriff Klimawandel in der Vereinbarung der
Koalitionäre nicht ein einziges Mal auftaucht. Die Nachhaltigkeit wird zwar zu einem Leitbild erklärt, aber nicht wirklich untersetzt. Umwelt wird zuerst als Wirtschaftsfaktor gesehen, kaum als Wert an sich. Energiemix in der Energieproduktion heißt bei CDU und FDP:
Braunkohleverstromung bleibt die Hauptsäule.
Der Anteil an erneuerbaren Energien soll sich nur auf 24 % erhöhen.
Bei unseren Koalitionsverhandlungen in Brandenburg haben wir uns im Umweltschutz als
LINKE zwar nicht in allen Punkten durchsetzen können, aber eines haben wir doch erreicht.
Dort wurde ein klarer Vorrang für erneuerbare Energien festgeschrieben. Eine solche
Vorrangregelung brauchen wir dringend auch für Sachsen.
Abschließend noch einige Bemerkungen zum Thema Finanzen.
Im Koalitionsvertrag herrscht - bis auf wenige Ausnahmen - Fehlanzeige bei konkreten
Zielsetzungen und Maßnahmen. Dieses Herangehen kann zwei Ursachen haben, entweder
fehlende fachliche Kompetenz - insbesondere bei den liberalen Teilzeitparlamentariern, oder man hat eine gewisse „Abrechnungsvorsorge“ betrieben, so dass die Nichterfüllung
butterweicher Inhalte später nur schlecht nachgewiesen werden kann.
Seit der Mai-Steuerschätzung 2009 wissen Sie um die milliardenschweren Einnahmenverluste, die uns im Zeitraum 2009-2010 belasten werden. Seit diesem Zeitpunkt bedarf es einer Korrektur des Doppelhaushaltes durch einen Nachtragshaushalt. Bis heute liegt dieser nicht vor und die Staatsregierung ignoriert dabei selbst ein Urteil des höchsten Gerichtes des Landes, welches der Staatsregierung und Herrn Tillich persönlich im Zusammenhang mit dem Notverkauf der Sachsen LB einen glatten Verfassungsbruch attestiert hatte.
Wir haben ja dazu heute auch noch einen Antrag der LINKEN auf der Tagesordnung. Für uns steht fest: CDU und FDP haben schon für das erste Jahr Ihrer Regierungszeit keine
Haushaltsdeckung.
Dennoch beabsichtigen die Koalitionäre offenbar, die sinkenden Einnahmen am Parlament
vorbei den Ausgaben anzupassen. Damit hat sich die Staatsregierung geoutet, wie ihr
Verständnis zum Umgang zwischen Regierung und Parlament aussieht. Dieser Umgang
widerspricht eklatant dem, was Bundestagspräsident Norbert Lammert zur Konstituierung des Bundestages am 27. Oktober 2009 einforderte. Er sagte «Nicht die Regierung hält sich ein Parlament, sondern das Parlament bestimmt und kontrolliert die Regierung.»
Dass es die CDU-Fraktion seit 1990 weder gelernt noch begriffen hat, die jeweilige Regierung zu kontrollieren, ist bekannt. Dass die so genannte Rechtsstaatspartei FDP, die sich gern als die wahre Hüterin der Verfassung aufspielt, sich im Koalitionszug mit der CDU vom ersten Tag der Regierungsverantwortung an auf das gleiche Niveau begibt, ist entlarvend. Einen positiven Effekt gab es dann aber doch noch bei der Regierungsbildung: Herr Zastrow hat am Ende selbst eingesehen, dass er nicht zum Minister taugt. So ist uns wenigstens das erspart geblieben.
Herr Ministerpräsident, meine sehr verehrten Damen und Herren, DIE LINKE wird in der vor
uns liegenden Legislaturperiode eine harte Opposition sein, wir werden das
Regierungshandeln kontrollieren sowie zugleich alternative Politikangebote auf den Tisch
legen und wir sind zu konstruktiver Zusammenarbeit mit allen demokratischen Fraktionen
bereit. Und wir als LINKE werden dafür sorgen, dass das Soziale in Sachsen nicht völlig unter die Räder kommt.
Die Wählerinnen und Wähler haben am 30. August entschieden. Das respektieren wir. Zugleich aber werden wir alles dafür tun, dass Schwarz-Gelb nur eine kurze Episode in der Geschichte unseres schönen Landes bleibt.

Thema: Reden

Fast jeder vierte Arbeitsplatz im Landesdienst Sachsens soll wegfallen – Schulbereich vom Stellenabbau ausnehmen!

Mittwoch, 11. November 2009 | Autor: admin

Zur Ankündigung des Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU), in den kommenden Jahren einen verstärkten Personalabbau im Landesdienst betreiben zu wollen, erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Dr. André Hahn:

Der Ministerpräsident hat nicht einmal den Mut zu klaren und vor allem ehrlichen Aussagen. In seiner heutigen Erklärung heißt es lapidar und unscheinbar: „70.000 Beschäftigte im gesamten Öffentlichen Dienst des Landes sollen effektiv und effizient gestalten und verwalten.“
Derzeit haben wir ca. 88.000 Bedienstete auf Landesebene. Tillichs Aussage bedeutet also im Klartext, dass fast jeder vierte Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst auf der Landesebene künftig wegfallen soll. Hier ist deutlich Widerstand angesagt.

Das fängt bei der Polizei an, wo über weitere 2.400 Stellen gestrichen werden sollen. Mit Blick auf die innere Sicherheit, die Kriminalitätsbekämpfung und die Präsenz von Polizeibeamten vor Ort, nicht zuletzt in Grenzgebieten, hält DIE LINKE derartige Pläne für absolut unverantwortlich.

Und den Lehrerbereich droht es noch schlimmer zu treffen. Hier waren schon bisher für die nächsten sieben Jahre 2.717 Stellenstreichungen vorgesehen, davon allein 581 an Grundschulen. Im Koalitionsvertrag heißt es dazu nun: „Ziel ist ein Öffentlicher Dienst in Sachsen, der in seiner Personalbemessung dem Durchschnitt der westdeutschen Flächenländer entspricht.“
Da Sachsen in der Schüler-Lehrerrelation bundesweit relativ gut dasteht, bedeutet die Anpassung an den Durchschnitt der westdeutschen Flächenländer letztlich einen weiteren drastischen Personalabbau an den sächsischen Schulen. Schon mit dem jetzt vorhandenen Personal kann der Grund- und vor allem der Ergänzungsbereich nicht abgedeckt werden. Wenn noch mehr Lehrerstellen wegfallen, ist die Unterrichtsversorgung massiv gefährdet und die im Koalitionsvertrag angekündigte Qualitätsverbesserung völlig illusorisch.

Wir fordern daher eine eindeutige Aussage des Ministerpräsidenten, dass der Schulbereich vom Stellenabbaukonzept ausgenommen wird.

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Erwiderung auf Regierungserklärung

Mittwoch, 11. November 2009 | Autor: admin

Erwiderung von Dr. André Hahn, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, auf Regierungserklärung des Ministerpräsidenten am 11. November 2009

Es gilt das gesprochene Wort!

Manchmal verraten schon Überschriften eine ganze Menge. Seine erste Regierungserklärung nach der Wahl zum Ministerpräsidenten stellte Stanislaw Tillich unter das Motto: „Arbeit, Bildung, Solidarität“. Das war gut ein Jahr vor den Landtagswahlen und in einer Situation, als er noch auf den damaligen Koalitionspartner SPD Rücksicht nehmen musste.

Jetzt sind die Wahlen vorbei und statt den Sozialdemokraten sitzt nun die FDP mit in der Regierung. Die heutige Regierungserklärung trägt den Titel: „Freiheit, Verantwortung, Solidarität“.
Arbeit und Bildung haben für die neue Koalition offenbar keinen zentralen Stellenwert mehr, auch wenn sich der Ministerpräsident in seiner Rede bemühte, einen anderen Eindruck zu erwecken. Ein Blick in den Text der im Schweinsgalopp zusammengeschusterten Koalitionsver-einbarung zeigt jedoch: Konkrete Aussagen zur Arbeitsmarktpolitik finden sich kaum, und bei der Bildung soll das einzig Innovative der letzten Wahlperiode, die Gemeinschaftsschule, schon nach wenigen Jahren wieder beerdigt werden.

Stattdessen liegt die Betonung nun auf Freiheit und Verantwortung. Da kommen ganz zwangsläufig Fragen auf: Freiheit für alle oder Freiheit für alle, die es sich leisten können? Freiheit von Armut oder Freiheit von sozialer Gerechtigkeit? Freiheit für mehr Bürgermitbestimmung oder Freiheit für die Einschränkung von Bürgerrechten und Bildungschancen?
Im Koalitionsvertrag bleibt vieles nebulös, auch zum Stichwort Verantwortung. Gibt es eine Verantwortung des Staates für das Allgemeinwohl und eine Verantwortung des einzelnen für die Gemeinschaft oder ist jeder vor allem für sich selbst verantwortlich? Letzteres hat bekanntlich vor allem die FDP immer wieder propagiert, und das soll nun offenbar auch Grundlage der künftigen Regierungspolitik werden.

Bevor ich ins Detail gehe, zunächst noch eine Vorbemerkung:
Die Beschäftigung mit dem schwarz-gelben Koalitionsvertrag war – offen gesagt – eine Zumutung, und zwar sowohl in sprachlicher als vor allem auch in inhaltlicher Hinsicht. Die Substanzlosigkeit der Vereinbarung zwischen CDU und FDP ist wirklich kaum zu unterbieten. Die Verhandlungspartner hatten dabei offenkundig nur eine einzige Devise: So unkonkret wie irgend möglich. Wenn man das sächsische Papier einmal mit den wesentlich gehaltvolleren Koalitions-verträgen in Thüringen und in Brandenburg vergleicht, zeigt sich, wie oberflächlich die sächsischen Koalitionäre gearbeitet haben.
Schlechtes Deutsch und ein Sammelsurium unverbindlicher Absichtserklärungen – so lässt sich die Koalitionsvereinbarung auf einen kurzen Nenner bringen.

Die allgegenwärtige Oberflächlichkeit führt dann bisweilen auch zu unfreiwilliger Komik. Ich will nur zwei Beispiele nennen:
So heißt es etwa in der Präambel, CDU und FDP wollen das Land – so wörtlich – „langfristig wieder dorthin führen, wo es Anfang des 20. Jahrhunderts schon einmal stand“.
Mit anderen Worten: Der Freistaat hat seine Zukunft bereits hinter sich, vorwärts in die Vergangenheit! Wahrhaft schöne Aussichten sind das.
Herr Ministerpräsident: Sachsen braucht kein Zurück in die Anfänge des vorigen Jahrhunderts, sondern braucht Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft und braucht eine ebenso verantwortungsvolle wie nachhaltige Politik.
Die aber sucht man im Koalitionsvertrag von CDU und FDP vergeblich.

Das zweite Beispiel: Auf Vorschlag des FDP-Vorsitzenden soll Sachsen ein „Nationalmuseum“ bekommen. Nun mag die Staatsregierung so viele Museen errichten oder einrichten können, wie sie will, aber ein Nationalmuseum wird ganz sicher nicht darunter sein. Das ist objektiv ausgeschlossen. Es sei denn, die Koalitionäre erklären die Sachsen wider alle Vernunft zu einer Nation. Dann könnte die Staatsregierung auch gleich die nationale Selbstbestimmung der Sachsen fordern. Absurder geht es wirklich kaum.

Herr Präsident, meine Damen und Herren, für eine Mehrheit der Menschen in unserem Land ist soziale Gerechtigkeit ein hohes Gut, für viele ist es sogar der Maßstab für die Bewertung einer Gesellschaft.
Es ist bezeichnend, dass das Soziale weder 2008 in der ersten Regierungserklärung des damals neu gewählten Ministerpräsidenten noch im Titel seiner heutigen Regierungserklärung eine wichtige Rolle spielte. Was für CDU und FDP offenkundig nebensächlich ist, ist für DIE LINKE eine der zentralen Grundfragen unserer Zeit.

Die neue sächsische Regierung jedoch setzt den CDU-Kurs auf Absenkung sozialer Standards, auf Abschiebung der Verantwortung für soziale Daseinsvorsorge an die Kommunen und die Privatisierung wesentlicher sozialer Kernaufgaben fort. Ich kann aus Zeitgründen heute nur auf einige wenige Aspekte eingehen.
In den letzten Jahren hat der Anteil der Menschen im Freistaat, die offiziell als arm gelten, erheblich zugenommen und liegt inzwischen mindestens bei einem Fünftel. Die Kinderarmut liegt sogar schon bei mehr als 25 Prozent, und auch die Altersarmut wird künftig erheblich anstei-gen. Zu diesen skandalösen Zuständen schweigt der Ministerpräsident – zu schwierigen Themen hat er ja nie eine Meinung. Armut ist in Sachsen schon lange keine Randerscheinung mehr und insbesondere die Betroffenen hätten erwarten können, dass Herr Tillich wenigstens in An-sätzen auf ihre Sorgen und Nöte eingegangen wäre.

Eng mit der Armutsproblematik hängt zusammen, wie sich die Staatsregierung zu Hartz IV stellt. In der Koalitionsvereinbarung finden sich dazu keinerlei verwertbare Aussagen, die den mehr als 500.000 von Hartz IV Betroffenen in Sachsen wenigstens ein Stück Hoffnung geben könnten. Auch wir sind dafür, dass Menschen, die dazu in der Lage sind, durch Arbeit für ihre Existenz sorgen sollen.
Aber es muss sich um Arbeit handeln, von der man auch vernünftig leben kann. Das setzt aus unserer Sicht einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn oberhalb der Armutsgrenze voraus. Es bleibt ein Skandal, dass ca. 130.000 Menschen in Sachsen trotz Arbeitstätigkeit zu den so genannten Aufstockern gehören. Wir bleiben dabei: Hartz IV ist Armut per Gesetz und gehört daher überwunden. Vielleicht schließt sich endlich auch die SPD dieser Forderung an und korrigiert damit ihre Fehler der letzten Jahre.

Von der Staatsregierung erwarten wir, dass sie sich konsequent zumindest für die Beibehaltung des Zuschusses des Bundes für Kosten der Unterkunft einsetzt und zugleich prüft, welche rechtlichen Möglichkeiten gegen den Bund gegeben sind.
Nach Berechnungen des Städte- und Gemeindetages würde die beabsichtigte Senkung des Bundeszuschusses allein im nächsten Jahr für die sächsischen Kommunen ein zusätzliches Minus im Haushalt von etwa 100 Millionen Euro bedeuten. Hinzu kommen riesige Steuerausfäl-le infolge der Wirtschaftskrise. Handeln Sie endlich, Herr Tillich, und lassen Sie die Kommunen nicht erneut im Regen stehen!

Sachsen will, so das Postulat der neuen Staatsregierung, zum kinderfreundlichsten Bundesland werden. Davon jedoch sind wir weit entfernt. Die derzeit gewährte Jugendpauschale ist viel zu niedrig. Die LINKE fordert gemeinsam mit einer Reihe von Wohlfahrtsverbänden endlich eine Kindergrundsicherung. Bis zu deren Einführung erwarten wir von der Staatsregierung wenigstens, dass sie sich im Bundesrat dafür einsetzt, dass Hartz-IV-Familien nicht erneut von der beabsichtigten Anhebung des Kindergeldes ausgeschlossen werden. Es muss endlich Schluss sein mit einer Mehrklassengesellschaft bei der Förderung der Kinder.

Ziemlich ausführlich befasst sich der Koalitionsvertrag mit dem Gesundheitswesen. Die FDP hatte ja die Überwindung des Ärztemangels in der vergangenen Legislaturperiode zu einem ihrer Schwerpunkte erklärt und hier im Landtag wirklich gut gebrüllt. Inzwischen sind die Liberalen abgetaucht. Angesichts ihrer bundespolitischen Pläne ist das vielleicht sogar gut so. Wir als LINKE sind im Gegensatz zur FDP prinzipiell gegen eine einheitliche Kopfpauschale, gegen einen weiteren Ausstieg der Arbeitgeber aus dem Solidarprinzip und gegen eine Bevorzugung der Privatkassen. Wir fordern weiterhin die solidarische Bürgerversicherung und die Bildung einer gesetzlichen Krankenkasse für alle Bürgerinnen und Bürger.
Regelrecht beschämend sind die Aussagen der Koalition zum Umgang mit älteren und behinderten Menschen. Das gilt im Übrigen auch für die Abhandlungen zum demografischen Wandel. Dafür einen Beauftragten einzusetzen, geht nicht einmal als Feigenblatt durch.

Wir als LINKE fordern stattdessen, endlich ein Seniorenmitwirkungsgesetz zu verabschieden, ein wirkliches Gleichstellungsgesetz für behinderte Menschen auf den Weg zu bringen und auch ein neues Landesgesetz für die Altenpflege.
Im Koalitionsvertrag von CDU und FDP gibt es lediglich einen einzigen Passus zur Gleichstel-lung von Frau und Mann, obwohl noch immer viele Frauen hierzulande benachteiligt sind. Bei Kurt Biedenkopf gab noch es ein eigenes Gleichstellungsministerium – heute sind ganze zwei Sätze in der Vereinbarung übrig geblieben. Ich finde das völlig inakzeptabel.

Über den Umstand, dass der Verbraucherschutz dem Sozialministerium zugeteilt wurde, kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein. Wir erwarten jedoch von der Staatsregierung drin-gend ein Gesamtkonzept zum Verbraucherschutz, aus dem dann alsbald auch die notwendigen landesgesetzlichen Regelungen erwachsen müssen.

Herr Präsident, meine Damen und Herren, Wer einmal versucht, im Koalitionsvertrag ein politisches Vorhaben oder Gesellschaftsprojekt der Koalitionäre ausfindig zu machen, der wird allenfalls die Konturen einer „unpolitischen Wirtschaftsgesellschaft“ herauslesen. Die Betonung liegt dabei auf unpolitisch.
Die in Umrissen im Koalitionsvertrag skizzierte Wirtschaftsgesellschaft ist deshalb eine unpolitische, weil sie politische Gestaltungsmacht mit Wirtschaftsmacht verwechselt.
Das Ziel ist nicht die Stärkung der demokratischen Selbstbestimmung der Bürgerinnen und Bürger, sondern allein die Festigung der Wirtschaftsmacht. Dem privaten Vorteil gebührt in der Wirtschaftsgesellschaft Vorrang vor dem Wohl der Allgemeinheit.

Der Ministerpräsident nennt das „Freiheit zum eigenen Erfolg“. Das Allgemeinwohl ist aber eben nicht bloß die Summe aller Einzelinteressen. Zudem wird dabei ausgeblendet, dass
nicht zuletzt die Politik der Deregulierung in die Wirtschafts- und Finanzkrise geführt hat. Herr Tillich hat zwar in seiner Rede heute erklärt, dass wir weltweit gültige Regeln für die Finanzmärkte brauchen, dann aber wieder auf die Bundesebene verwiesen. Kein Wort zu eigenen sächsischen Initiativen, zum Beispiel über den Bundesrat.

Deregulierungspolitik, um das kurz zusammen zu fassen, meint Freiheit von Leistung und Stärke. „Denen, die Leistung bringen wollen“, hat der Ministerpräsident bei der Amtsübernahme im Mai 2008 verlauten lassen, müsse der entsprechende Spielraum gelassen werden, um „ihre Freiheit zum eigenen Erfolg zu nutzen“. Für die angeblich Leistungsunwilligen falle dann noch genügend ab.

Jüngst, in einem Interview mit der „Sächsischen Zeitung“ vom 30. Oktober, bekräftigt der MP seine Auffassung noch einmal. Ich zitiere:
„Freiheit bedeutet auch, dass sich Leistung lohnen muss. Wer sich anstrengt, der muss auch das Gefühl haben, dass er mit dieser Leistung etwas anfangen kann. Er darf nicht das Gefühl haben, dass ihm das, was das Mehr an Leistung erbracht hat, wieder weggenommen wird. Nur wenn viele bereit sind, mehr zu leisten als der Durchschnitt, kann eine Gesellschaft auch solidarisch sein.“
Ich bin nach wie vor der Auffassung, dass die Einteilung der Menschen in Leistungswillige und Leistungsunwillige alles andere als christlich ist. Sie entspricht zudem nicht der Wirklichkeit hierzulande.
In einer Gesellschaft, in der soziales und kulturelles Kapital vererbt werden, ein fairer Leistungswettbewerb ein Wunschtraum ist, kann von Aufstieg durch Leistung keine Rede sein. Und wer dennoch von Leistungsunwilligen spricht, der moralisiert soziale Konflikte. Diejenigen, die schon unten sind, werden auch noch stigmatisiert.

Das wird besonders deutlich, wenn man sich die Pläne der Koalition im Bildungsbereich an-sieht. Das ist im Übrigen auch jenes Politikfeld, in dem die FDP ihre Wahlversprechen am skrupellosesten gebrochen hat.
Die Liste der nicht erfüllten Zusagen ist lang: Weder das längere gemeinsame Lernen bis Klasse 6, noch die Gründung neuer Gemeinschaftsschulen oder auch der jahrgangsübergreifende Unterricht an Grund- und Mittelschulen finden sich im Koalitionsvertrag. Kein Wort mehr von der ursprünglich geforderten Möglichkeit der Zulassung einzügiger Mittelschulen und zweizügiger Gymnasien sowie einer Verkürzung der Wartefrist für Schulen in freier Trägerschaft.
Auch künftig gibt es – anders als versprochen – keine freie Schulwahl im Grundschulbereich, keine Stärkung der Eigenverantwortung der Schulen, keine Lehrereinstellung durch die Kommunen und keine Integration von Schülern mit besonderem Förderbedarf.

Wir teilen nicht alle dieser Forderungen, aber Fakt ist: All das und noch viel mehr hatte die FDP versprochen. Doch all das ist nichts mehr wert, wenn man die Chance sieht, an die Fleischtöpfe der Macht zu gelangen. Im Wahlkampf haben Sie plakatiert „Wir halten Wort!“. Nein, meine Damen und Herren von der FDP, Sie brechen Wort, das ist die Wahrheit.
Und dabei werfen Sie sogar urliberale Positionen über Bord wie bei der geplanten massiven Einschränkung des Versammlungsrechts. Ich hatte nicht für möglich gehalten, dass so etwas mit einem FDP-Justizminister möglich ist, und bin von Herrn Martens auch persönlich sehr enttäuscht.

Aber zurück zum Bildungsbereich. Eine Systematik, eine rote Linie der neuen Regierung ist in der Koalitionsvereinbarung beim besten Willen nicht zu erkennen. Zudem werden wichtige Partner der Politik völlig ausgeblendet. So findet sich im gesamten Vertrag das Wort „Gewerkschaften“ nicht ein einziges Mal. Und es ist ja auch nicht verwunderlich, dass CDU und FDP mit Interessenvertretungen der Beschäftigten nicht viel zu tun haben wollen, wenn man sich die Pläne der Koalition zum Personalabbau im Öffentlichen Dienst ansieht.

Der Ministerpräsident hat aber einmal mehr nicht den Mut zu klaren und vor allem ehrlichen Aussagen. In seiner heutigen Erklärung heißt es lapidar und unscheinbar: „70.000 Beschäftigte im gesamten Öffentlichen Dienst des Landes sollen effektiv und effizient gestalten und verwalten.“
Derzeit haben wir ca. 88.000 Bedienstete auf Landesebene. Tillichs Aussage bedeutet also im Klartext, dass fast jeder vierte Arbeitsplatz künftig wegfallen soll. Hier ist deutlich Widerstand angesagt.
Das fängt bei der Polizei an, wo über weitere 2.400 Stellen gestrichen werden sollen. Mit Blick auf die innere Sicherheit, die Kriminalitätsbekämpfung und die Präsenz von Polizeibeamten vor Ort, nicht zuletzt in Grenzgebieten, hält DIE LINKE derartige Pläne für absolut unverantwortlich. Und den Lehrerbereich droht es noch schlimmer zu treffen.
Hier waren schon bisher für die nächsten sieben Jahre 2.717 Stellenstreichungen vorgesehen, davon allein 581 an Grundschulen.
Im Koalitionsvertrag heißt es dazu nun: „Ziel ist ein Öffentlicher Dienst in Sachsen, der in seiner Personalbemessung dem Durchschnitt der westdeutschen Flächenländer entspricht.“
Da Sachsen in der Schüler-Lehrerrelation bundesweit relativ gut dasteht, bedeutet die Anpas-sung an den Durchschnitt der westdeutschen Flächenländer letztlich einen weiteren drastischen Personalabbau an den sächsischen Schulen. Schon mit dem jetzt vorhandenen Personal kann der Grund- und vor allem der Ergänzungsbereich nicht abgedeckt werden. Wenn noch mehr Lehrerstellen wegfallen, ist die Unterrichtsversorgung massiv gefährdet und die im Koalitionsvertrag angekündigte Qualitätsverbesserung völlig illusorisch.
Wir fordern daher eine eindeutige Aussage des Ministerpräsidenten, dass der Schulbereich vom Stellenabbaukonzept ausgenommen wird.

Es ist im Übrigen ein Hohn, wenn der Ministerpräsident vorhin erklärt hat, dass Schulsystem solle noch durchlässiger werden.
Es war und es ist nicht durchlässig, denn die Übergangsquote von der Mittelschule zum Gymnasium liegt seit Jahren weit unter einem Prozent. Die von Herrn Tillich angekündigte Aufwertung der Mittelschule zur Oberschule ist blanker Etikettenschwindel, und wenn von einer individuellen Förderung in Leistungsgruppen der Klassen 5 und 6 gesprochen wird, dann bedeutet das im Klartext die Einführung der Hauptschule ab Klasse 5. Das lehnen wir als LINKE entschieden ab!

Besonders ausgeprägt ist der Trend zur Deregulierung im Hochschulbereich. Die angekündigte Änderung des Hochschulgesetzes wird die staatliche Verantwortung für die Hochschulen weiter reduzieren. Dafür werden Studiengebühren für Langzeitstudierende erhoben und hauseigene Tarifverträge angekündigt.
Die Aussagen zur Hochschulpolitik lassen im Kern eine Ökonomisierung der Hochschule erwarten. Die Hochschule wird zu einer „Vorfeldagentur der Industrie“. Favorisiert werden die „indust-rietauglichen“, „anwendungsorientierten“ Fächer. Von Geisteswissenschaften ist keine Rede. Das Wissenschafts- und Hochschulsystem bedarf jedoch keiner an Deregulierung und Privatisierung ausgerichteten Globalisierung, sondern einer internationalen Öffnung, Vernetzung und Kommunikation, die den Zugang zu Bildung und Wissen im globalen Maßstab eröffnet und die nationalen Grenzen des wissenschaftlichen Erkenntnis- und Bildungsprozesses überwindet.

Doch internationale Öffnung und globales Denken ist offenkundig nicht die Stärke von schwarz-gelb. Das zeigt sich auch im Kulturbereich.
Die Kritik an diesem Teil des Koalitionsvertrages fiel unter den Kulturakteuren einhellig und deutlich aus. Das ist ein Novum. Bislang galt die sächsische Kulturpolitik als wenig umstritten. Von einer allgemeinen Kunst- und Kulturförderung ist nun plötzlich aber überhaupt keine Rede.
Die überfällige Novellierung des Gedenkstättengesetzes lässt weiter auf sich warten wie ohnehin im Koalitionsvertrag eindeutige Aussagen zu Maßnahmen für die Bekämpfung des Rechtsextremismus fehlen.

Es ist sicher nicht Aufgabe der Opposition, die Regierung zu loben. Das tut sie selbst schon genug und meistens ohne Grund. Aber wenn ich mir einige konkrete Vorhaben im Wirtschaftsbereich ansehe, komme ich nicht umhin festzustellen, dass sie in die richtige Richtung gehen, wenn ich zum Beispiel an die Einführung revolvierender Fonds bei der Fördermittelvergabe, die Ausgabe von Innovationsgutscheinen oder auch die gezielte Förderung von Forschung und Entwicklung denke.
All das finden Sie im Wahlprogramm der LINKEN, beschlossen im April dieses Jahres. Wenn CDU und FDP das jetzt umsetzen, werden wir uns nicht beschweren.
Wenn man jedoch ins Detail geht, werden auch hier Defizite sichtbar. Zum Beispiel gibt es zum Thema Informationstechnologien kaum Aussagen, wenn man mal von der angekündigten Breitbandoffensive absieht. Die allerdings ist auch dringend nötig, denn beim schnellen Internet liegt Sachsen noch immer an drittletzter Stelle in Deutschland. Das hat der Ministerpräsident wohlweislich verschwiegen.

Weitgehend vage sind auch die Aussagen im Koalitionsvertrag zu den wichtigen Themen Umwelt und Landesentwicklung. Über diese Fragen werden wir im Zusammenhang mit der notwendigen Fortschreibung des Landesentwicklungsplanes in dieser Legislatur noch ausführlich diskutieren können.
Es ist allerdings schon bezeichnend, dass der Begriff Klimawandel in der Vereinbarung der Koalitionäre nicht ein einziges Mal auftaucht. Die Nachhaltigkeit wird zwar zu einem Leitbild erklärt, aber nicht wirklich untersetzt. Umwelt wird zuerst als Wirtschaftsfaktor gesehen, kaum als Wert an sich. Energiemix in der Energieproduktion heißt bei CDU und FDP: Braunkohlever-stromung bleibt die Hauptsäule.
Der Anteil an erneuerbaren Energien soll sich nur auf 24 % erhöhen.

Bei unseren Koalitionsverhandlungen in Brandenburg haben wir uns im Umweltschutz als LINKE zwar nicht in allen Punkten durchsetzen können, aber eines haben wir doch erreicht. Dort wurde ein klarer Vorrang für erneuerbare Energien festgeschrieben. Eine solche Vorrangregelung brauchen wir dringend auch für Sachsen.

Abschließend noch einige Bemerkungen zum Thema Finanzen.
Im Koalitionsvertrag herrscht – bis auf wenige Ausnahmen – Fehlanzeige bei konkreten Zielsetzungen und Maßnahmen. Dieses Herangehen kann zwei Ursachen haben, entweder fehlende fachliche Kompetenz –insbesondere bei den liberalen Teilzeitparlamentariern, oder man hat eine gewisse „Abrechnungsvorsorge“ betrieben, so dass die Nichterfüllung butterweicher Inhalte später nur schlecht nachgewiesen werden kann.

Seit der Mai-Steuerschätzung 2009 wissen Sie um die milliardenschweren Einnahmenverluste, die uns im Zeitraum 2009-2010 belasten werden. Seit diesem Zeitpunkt bedarf es einer Korrektur des Doppelhaushaltes durch einen Nachtragshaushalt. Bis heute liegt dieser nicht vor und die Staatsregierung ignoriert dabei selbst ein Urteil des höchsten Gerichtes des Landes, welches der Staatsregierung und Herrn Tillich persönlich im Zusammenhang mit dem Notverkauf der Sachsen LB einen glatten Verfassungsbruch attestiert hatte.
Wir haben ja dazu heute auch noch einen Antrag der LINKEN auf der Tagesordnung. Für uns steht fest: CDU und FDP haben schon für das erste Jahr Ihrer Regierungszeit keine Haushaltsdeckung.

Dennoch beabsichtigen die Koalitionäre offenbar, die sinkenden Einnahmen am Parlament vorbei den Ausgaben anzupassen. Damit hat sich die Staatsregierung geoutet, wie ihr Verständnis zum Umgang zwischen Regierung und Parlament aussieht. Dieser Umgang widerspricht eklatant dem, was Bundestagspräsident Norbert Lammert zur Konstituierung des Bundestages am 27. Oktober 2009 einforderte. Er sagte »Nicht die Regierung hält sich ein Parlament, sondern das Parlament bestimmt und kontrolliert die Regierung.«

Dass es die CDU-Fraktion seit 1990 weder gelernt noch begriffen hat, die jeweilige Regierung zu kontrollieren, ist bekannt. Dass die so genannte Rechtsstaatspartei FDP, die sich gern als die wahre Hüterin der Verfassung aufspielt, sich im Koalitionszug mit der CDU vom ersten Tag der Regierungsverantwortung an auf das gleiche Niveau begibt, ist entlarvend. Einen positiven Effekt gab es dann aber doch noch bei der Regierungsbildung: Herr Zastrow hat am Ende selbst eingesehen, dass er nicht zum Minister taugt. So ist uns wenigstens das erspart geblieben.

Herr Ministerpräsident, meine sehr verehrten Damen und Herren, DIE LINKE wird in der vor uns liegenden Legislaturperiode eine harte Opposition sein, wir werden das Regierungshandeln kontrollieren sowie zugleich alternative Politikangebote auf den Tisch legen und wir sind zu konstruktiver Zusammenarbeit mit allen demokratischen Fraktionen bereit. Und wir als LINKE werden dafür sorgen, dass das Soziale in Sachsen nicht völlig unter die Räder kommt.

Die Wählerinnen und Wähler haben am 30. August entschieden. Das respektieren wir. Zugleich aber werden wir alles dafür tun, dass Schwarz-Gelb nur eine kurze Episode in der Geschichte unseres schönen Landes bleibt.

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Neue Mauern überwinden!

Montag, 9. November 2009 | Autor: admin

Zum 20. Jahrestag der Maueröffnung erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Dr. André Hahn:

Die Überwindung der Mauern des Kalten Krieges hat uns Reise- und Pressefreiheit gebracht, die Demonstrationsfreiheit hatten wir uns schon vor dem Fall der Mauer genommen: in Leipzig, Plauen, Berlin und anderswo. Dass diese Freiheiten heute nicht vom Wohlwollen oder von Versehen einzelner führender Funktionäre abhängig, sondern von Grundgesetz und Landesverfassung garantiert und von einer unabhängigen Gerichtsbarkeit geschützt sind, ist ein unbestreitbarer historischer Fortschritt, von dem gerade auch die Menschen in Sachsen profitiert haben.

Zwanzig Jahre nach der Maueröffnung gibt es aber neue Mauern: Die Mauern zwischen Arm und Reich in einer Gesellschaft, in der die Zeiten lange vorbei sind, dass alle Gesellschaftsschichten unter einem Dach wohnen. Die Mauern zwischen denen, die ordentlich bezahlte Arbeit haben, und denen, die in prekären Beschäftigungsverhältnissen sind oder über keine Erwerbsarbeit verfügen. Die Mauern zwischen denen, die sich frei bewegen können, und denen, die an den Grenzen der „Festung Europa“ abgewehrt werden.

Deshalb ist der heutige Tag nicht nur ein Tag der Erinnerung, sondern der Mahnung, keine neue Mauern zu dulden. Und auch nicht die Umtriebe derer, deren Menschenverachtung den Geist der Ausgrenzung, Diskriminierung und Diffamierung verbreitet: Dass kurz vor dem Jahrestag der Reichspogromnacht, dessen wir heute ebenfalls gedenken, die Dresdner Synagoge geschändet wurde, ist ein erschreckendes Alarmsignal. Die Überwindung des braunen Ungeistes in Sachsen ist noch lange nicht Geschichte, sondern bleibende Herausforderung für Staat und Zivilgesellschaft.

Thema: Pressemitteilungen

Ost-West-Podium der LINKEN zum Parteiprogramm

Montag, 9. November 2009 | Autor: admin

30. November 2009
18:30bis20:30

Ort: Potsdam

Thema: Terminkalender

Sitzung des Vorstandes der LT-Fraktion

Montag, 9. November 2009 | Autor: admin

30. November 2009
10:00bis15:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

FV-Konferenz Sachsen

Montag, 9. November 2009 | Autor: admin

24. November 2009
18:00bis20:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

Außerordendliche Mitgliederversammlung der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Montag, 9. November 2009 | Autor: admin

21. November 2009
10:00bis14:00

Ort: Leipzig

Thema: Terminkalender

Wahlkampfauftakt der OB-Wahl Pirna

Montag, 9. November 2009 | Autor: admin

20. November 2009
18:30bis20:30

Ort: Pirna, Q 24

Thema: Terminkalender

25. Landeskreisversammlung

Montag, 9. November 2009 | Autor: admin

20. November 2009
09:30bis15:30

Ort: Zwickau

Thema: Terminkalender

Parlamentarischer Abend des Landesverbandes Freie Berufe

Montag, 9. November 2009 | Autor: admin

17. November 2009
19:00bis21:00

Ort: Sächsische Landesärztekammer

Thema: Terminkalender

Sitzung der Kreistags-Fraktion

Montag, 9. November 2009 | Autor: admin

16. November 2009
18:00bis20:00

Ort: Pirna

Thema: Terminkalender

Sondersitzung der Kreistagsfraktion

Montag, 9. November 2009 | Autor: admin

16. November 2009
17:00bis18:00

Ort: Pirna

Thema: Terminkalender

Sitzung des Vorstandes der LT-Fraktion

Montag, 9. November 2009 | Autor: admin

16. November 2009
15:00bis18:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

Bundesparteitag der SPD

Montag, 9. November 2009 | Autor: admin

14. November 2009
12:30bis20:00

Ort: Messe Dresden

Thema: Terminkalender

Meisterfeier 2009 der Handwerkskammer Dresden

Montag, 9. November 2009 | Autor: admin

14. November 2009
10:30bis12:30

Ort: Kulturpalst Dresden

Thema: Terminkalender

Bundesparteitag der SPD

Montag, 9. November 2009 | Autor: admin

13. November 2009
09:30bis20:00

Ort: Messe Dresden

Thema: Terminkalender

Plenarsitzung des Sächsischen Landtages

Montag, 9. November 2009 | Autor: admin

12. November 2009
10:00bis18:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

Pressekonferenz zu ausgewählten Punkten der Tagesordnung der Landtagssitzungen am 11. und 12. November 2009

Montag, 9. November 2009 | Autor: admin

10. November 2009
11:40bis12:40

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

Tillich muss im Bundesrat zu Steuerplänen von Merkel / Westerwelle „Nein“ sagen und sächsische Kommunen schützen

Montag, 2. November 2009 | Autor: admin

Zur Wortmeldung des sächsischen Ministerpräsidenten Tillich (CDU) gegen die von der schwarz-gelben Bundesregierung geplanten Steuersenkungen erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Landtag, Dr. André Hahn:

Wenn Herr Tillich als Regierungschef des größten ostdeutschen Bundeslandes „Stimme des Ostens“ werden will, muss er ganz andere Töne anschlagen. Sachsen hat es bei der Föderalismusreform unterlassen, auf eine gerechtere Lastenverteilung für Länder und Kommunen zu drängen und stattdessen mit Rufen nach einem absoluten Verschuldungsverbot auf sich aufmerksam gemacht. Nun gibt es einerseits eine „Schuldenbremse“, aber andererseits krisenbedingte Steuerausfälle, zurückgehende Haushaltsmittel für die Ost-Länder durch den auslaufenden Solidarpakt II und drohende zusätzliche Einnahmeausfälle durch Steuersenkungen der Koalition auf Bundesebene.

Der Hilferuf der sächsischen Städte und Gemeinden zeigt dringenden Handlungsbedarf, den die Fraktion DIE LINKE mit einem Antrag auf die Tagesordnung der Landtagssitzung nächste Woche setzt: http://linksfraktionsachsen.de/index.php?section=directory&cmd=detail&id=40620
Darin fordern wir die Staatsregierung auf, endlich der Abwälzung von immer mehr Sozialausgaben auf die Kommunalhaushalte entgegenzutreten – denn eine verfehlte Arbeits- und Sozialpolitik, Stichwort Hartz IV, darf nicht zum Ruin der Finanzen der sächsischen Städte und Gemeinden führen.

Herr Tillich muss seine Leisetreterei und Schönrednerei beenden. Mit ein paar vorsichtig mahnenden Worten Richtung Parteifreundin Bundeskanzlerin Merkel ist es nicht getan. Wir erwarten ein klares Bekenntnis der sächsischen CDU/FDP-Staatsregierung, dass sie den Steuerplänen der CDU/FDP-Bundesregierung im Bundesrat die Zustimmung verweigern wird. Zugleich sollten CDU und FDP in Sachsen ihr absurdes Projekt, das Neuverschuldungsverbot in die Landesverfassung schreiben zu wollen, endlich ad acta legen. Wer das tut und gleichzeitig Mindereinnahmen des Freistaates tatenlos hinnimmt, der wird in naher Zukunft Lehrer und Polizisten entlassen sowie Sozialleistungen kürzen müssen – das aber wäre das unsoziale Gegenteil von nachhaltiger Politik im Interesse der sächsischen Bevölkerung!

Thema: Pressemitteilungen

Plenarsitzung des Sächsischen Landtages

Mittwoch, 28. Oktober 2009 | Autor: admin

11. November 2009
10:00bis18:00

Thema: Terminkalender

Sitzung der Kreistags-Fraktion

Mittwoch, 28. Oktober 2009 | Autor: admin

11. November 2009
18:00bis19:00

Ort: Pirna

Thema: Terminkalender

Sitzung der LT-Fraktion

Mittwoch, 28. Oktober 2009 | Autor: admin

10. November 2009
10:00bis15:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

Verleihung des Sächsischen Förderpreises für Demokratie

Mittwoch, 28. Oktober 2009 | Autor: admin

9. November 2009
18:00bis20:00

Ort: Dresden

Thema: Terminkalender

Gedenken an die Opfer des Holocaust

Mittwoch, 28. Oktober 2009 | Autor: admin

9. November 2009
15:00bis17:00

Ort: Dresden

Thema: Terminkalender

Sitzung des Vorstandes der LT-Fraktion

Mittwoch, 28. Oktober 2009 | Autor: admin

9. November 2009
10:00bis15:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

4. Landesparteitag

Mittwoch, 28. Oktober 2009 | Autor: admin

7. November 2009bis8. November 2009

Ort: Burgstädt

Thema: Terminkalender

Tourismustag Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Mittwoch, 28. Oktober 2009 | Autor: admin

6. November 2009
13:00bis15:00

Ort: Glashütte

Thema: Terminkalender

Präsidiumssitzung

Mittwoch, 28. Oktober 2009 | Autor: admin

4. November 2009
10:00bis14:00

Ort: Sächsischer Landtag

Thema: Terminkalender

Auszeichnung der besten sächsischen Jungfacharbeiter

Mittwoch, 28. Oktober 2009 | Autor: admin

2. November 2009
16:30bis18:30

Ort: Staatsweingut Schloss Wackerbarth, Radebeul

Thema: Terminkalender